Theater Phönix:

„In neun Monaten sind wir am Ende“

Der Herbst fing gut an, mit funktionierendem Sicherheitskonzept spielte das Theater Phönix in Linz „Der Besuch der alten Dame“ 24 Mal vor ausverkauftem Haus. Nun aber wird die erste Produktion geopfert, nachdem sie viermal verschoben wurde. Die fehlenden Einnahmen bringen das Theater an die Grenzen.

„Die Darsteller waren zerstört, als ich ihnen sagen musste, dass wir ,Winnetou eins bis drei’ nicht mehr vor Publikum spielen werden. Aber nach vier Verlegungen der Premiere musste irgendwann Schluss sein, die nächsten Produktionen stehen schon an und Verträge sind einzuhalten“, bedauert Phönix-Theaterleiter Harald Gebhartl, dass der „Winnetou“ nun Mitte Februar ausschließlich online zu sehen sein wird. Momentan laufen die Dreharbeiten für die Internet-Version.

Die Mitarbeiter sind seit Jänner wieder in Kurzarbeit, die nächste Premiere wurde für 4. März angesetzt: „Wenn wir dann noch immer nicht spielen dürfen, weiß ich auch nicht mehr weiter. In neun Monaten sind wir finanziell am Ende“, so Gebhartl, der es nicht einsieht, warum ein kleines Theater wie seines in einen Topf mit Events für 5000 Leute geworfen wird: „Ich lade gerne die Bundesregierung ein, uns zu besuchen und sich anzuschauen, wie das bei uns funktioniert. Wir hatten keinen einzigen Covid-19-Fall, weder in der Belegschaft noch im Publikum.“ 98 Besucher waren im Herbst im Schachbrett-Muster bei den ausverkauften Vorstellungen von „Der Besuch der alten Dame“ in den Saal gelassen worden. Die kleineren Räume wurden gar nicht bespielt.

Keine Illusionen macht man sich im Theater Phönix darüber, dass die Strategie des „Reintestens“ für viele Leute eine zu hohe Hemmschwelle bedeuten wird: „Wir hoffen, dass zumindest die 20-Uhr-Ausgangssperre fällt.“ 

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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Mittwoch, 03. März 2021
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