31.12.2020 14:18 |

„Ist ganze Entenfarm“

„Halten Sie durch“: Das Corona-Jahr in Zitaten

Was war das für ein Jahr! Vor zwölf Monaten wünschten sich Feiernde zu Silvester rund um den Erdball wohl eher nebenbei Gesundheit - zum Jahreswechsel 2020/21 hat das aufgrund der Corona-Krise einen ganz anderen Klang. Viel wurde getan, noch mehr gesagt und zahlreiche Maßnahmen weltweit wurden ergriffen, um der Pandemie Einhalt zu gebieten. Welche Sager und Zitate uns von der Staatsspitze in Erinnerung bleiben werden, fassen wir hier zusammen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober:

  • 22. Jänner: „Derzeit ist absolut kein Grund zur Aufregung, aber es braucht größte Aufmerksamkeit und internationale Abstimmung.“ Anschober sieht Österreich „gut vorbereitet“.
  • 6. Juni: „Ich bin sehr optimistisch, dass es in Österreich zu keiner zweiten Welle kommen wird.“ Anschober hofft auf eine flache Kurve und strammen Einsatz des Babyelefanten.
  • 30. September: „Das ist nicht nur eine Ente, das ist eine ganze Entenfarm. Da ist wirklich nichts dran.“ - Keine Spur von einem neuerlichen Lockdown, dementiert Anschober ...
  • 25. Oktober: ... doch schon Mitte des nächsten Monats geht es “um alles“. Am 31. Oktober verkünden er und Kanzler Kurz in einer ihrer vielen Pressekonferenzen den Teil-Lockdown, der bis Ende November gilt.
  • 8. November: Anschober winkt mit dem Zaunpfahl: „Kommt es zu keiner Entspannung durch Wirksamkeit des Teil-Lockdowns, dann werden wir den Teil-Lockdown verschärfen müssen.“ Am 14. November folgt schließlich eine „Notbremsung“, auf Worte folgen Taten.
  • 7. Dezember: „Die kommenden vier Wochen sind die wichtigsten Wochen seit Beginn der Pandemie“ mahnt Anschober zur Disziplin, denn der zweite „harte“ Lockdown ist zu Ende, der Handel sperrt auf, die Schulen öffnen teilweise. Warum die zweite Welle „gewaltiger ist als die erste“ (21. November), wisse man noch nicht. Ein Land rätselt.
  • 27. Dezember: „Es ist absolut noch nicht gewonnen, wir haben es noch nicht gewonnen, aber wir haben jetzt eine Perspektive, eine Hoffnung, eine Chance und wir können jetzt Schritt für Schritt optimistischer werden.“ Anschober ist nach den ersten Impfungen eher optimistisch.
  • 31. Dezember: „Mein persönlicher Traum wäre es, auf unter 1000 Fälle pro Tag zu kommen“, so der 60-Jährige über gute Neujahrsvorsätze.

Innenminister Karl Nehammer:

Bundeskanzler Sebastian Kurz:

  • 26. Feber: „Auch um Österreich wird Corona keinen Bogen machen", so Kanzler Kurz unmittelbar vor dem Bekanntwerden der ersten beiden Fälle in Österreich.
  • 13. März: „Ab Montag müssen wir unser soziales Leben auf ein Minimum reduzieren.“ Kurz kündigt den 1. Lockdown in Österreich an. Drei Tage später verkündet er Ausgangsbeschränkungen, die vorerst eine Woche dauerten: „Das bedeutet, bleiben Sie zu Hause!“
  • 20. März: „Halten Sie durch!“, appelliert Kurz an die Bevölkerung, als die Ausgangsbeschränkungen das erste Mal verlängert werden - schlussendlich bis zum 30. April.
  • 30. März: „Wir werden auch in Österreich bald die Situation haben, dass jeder irgendjemanden kennt, der an Corona verstorben ist“, warnt der 34-Jährige auch vor „Verharmlosern“. Die Maske wird in Supermarkt und Drogerien zur Pflicht.
  • 6. April: Kurz kündigt den Stufenplan zur Öffnung nach Ostern an, dafür kommt aber die Maskenpflicht in allen Geschäften und den öffentlichen Verkehrsmitteln. „Es wird eine Woche sein, die ausschlaggebend dafür ist, ob die Wiederauferstehung nach Ostern, die wir uns alle wünschen, auch so stattfinden“ kann. „Bis Ostern noch durchhalten!“, ermuntert er.
  • 16. August: Das Virus kommt mit dem Auto nach Österreich“, so Kurz in Hinblick auf die zurückkehrenden Urlauber
  • 11. September: „Ziel ist, einen Lockdown zu verhindern.“ Der Kanzler setzt auf eine Ausweitung der Maskenpflicht und weitere Event-Einschränkungen und erwartet nach dem „Beginn der zweiten Welle“ einen „harten Herbst und Winter“ (13. September)
  • 25. Oktober: „Die Lage ist extrem ernst, die Situation spitzt sich zu.“
  • 14. November: Kurz ruft den zweiten „harten“ Lockdown samt Distance Learning aus.
  • 18. Dezember: „Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir das Weihnachtsfest so verbringen wie geplant, aber ab dem 26. Dezember die Maßnahmen wieder verschärfen.“ Kurz verkündet den dritten „harten“ Lockdown, mit Ausnahmen für 24. und 25. Dezember.
  • 27. Dezember: „Ein historischer Tag.“ Der Kanzler freut sich über die ersten Impfungen in Österreich und spricht von einem „Game Changer“. „Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen.“ Tests würden bald wie Tickets kontrolliert, so Kurz über das - möglicherweise illegale - Freitesten nach dem Lockdown.

FPÖ-Chef Norbert Hofer:

  • 13. Mai: „Ein Grippevirus, das für über 80 Prozent der Bevölkerung nicht gefährlich ist.“ Hofer fordert ein sofortiges Hochfahren des Landes.
  • 30. September:Zweiter Lockdown offenbar schon in Vorbereitung“, orakelt Hofer.
  • 29. Dezember: „Ich habe großes Verständnis für jene die sagen, ich habe kein Vertrauen in die ersten Impfstoffe“, so der FPÖ-Politiker nach den ersten Impfungen. Er verbietet sich jeden „Impfzwang“.

Außenminister Alexander Schallenberg:

  • 12. März: Alle Länder weltweit werden auf ‘Hohes Sicherheitsrisiko‘ (Sicherheitsstufe 4 von 6) gesetzt“, so Schallenberg.
  • 1. Juli: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellan-Kiste.“ Schallenberg verkündet Reisewarnungen für Länder des Westbalkans. 

SPÖ-Chefin Rendi-Wagner:

  • 13. Dezember: „Jetzt ist sicher nicht die Zeit für Silvesterpartys und Hüttengaudi“, so Rendi-Wagner über Skitourismus. Die Forderung nach einem Verzicht auf die Erhöhung der Politikergehälter im Jahr 2021 griff die ehemalige Ärztin auf: „In einer derartig großen Krise müssen wir alle unseren Beitrag leisten.“
  • 29. Dezember: „Das geht nur mit vertrauensstiftenden Maßnahmen, schon zu Beginn über eine Impfverpflichtung zu reden wäre genau der falsche Weg“, will Rendi-Wagner Impf-Skeptiker ins Boot holen.
Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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