25.12.2020 12:00 |

Weihnachten daheim

Tiroler Fahrer aus Chaos vor Eurotunnel gerettet

Drei Tiroler Fernfahrer der Firma Unterer (Wildschönau) saßen im gigantischen Lkw-Stau vor dem Eurotunnel fast hoffnungslos fest. Der Firmenchef und eine Bekannte mit England-Erfahrung machten das Unmögliche möglich: Sie organisierten auf eigene Faust einen Corona-Test - der Freifahrtschein für Weihnachten daheim!

Ein Nervenkrieg mit Happy End! Drei Fahrern der Transportfirma Unterer war Dienstag der Rückweg von England versperrt. Vor dem Eurotunnel herrschte Chaos wegen Corona-Sperren, rund 12.000 Lkw sollen noch am Heiligen Abend festgesessen sein. „Wir haben am Telefon gekurbelt, sogar die französische und britische Botschaften konnten nicht sagen, wie es weitergeht. Es blieben nur Medienberichte und die Webcams vom Stau“, schilderte Firmenchef Andreas Unterer. Unermüdlich suchte er nach einem Ausweg, vorerst vergeblich.

Die Fahrer mit Familien und Kindern fürchteten, dass sie über Weihnachten hinaus nicht heimkommen (Stichwort Brexit ab 1. Jänner mit weiteren Turbulenzen). Irgendwann wurde mitgeteilt, dass mit Corona-Tests für die Fahrer begonnen werde. „Das verzögerte sich am Mittwoch und es ging äußerst schleppend voran, als die Tests endlich begannen“, weiß Unterer. Klar war: Ein Corona-Test für die Fahrer musste her! Verzweifelter Anruf beim befreundeten Geschäftspartner Rissbacher in Brixlegg. Beate Rissbacher hatte 20 Jahre in Südengland gelebt. „Du musst uns helfen!“ Antwort: „Das packen wir!“

Warten im Süden von London
In weiser Voraussicht hatte Unterer seine Lkw nicht in den Stau geschickt, sie harrten irgendwo südlich von London der Dinge. Beate recherchierte über ihren Ex-Chef eine private Medizinpraxis, die Tiroler fuhren mit ihren Zugmaschinen hin. Mittwochabend konnten sie den verblüfften Polizisten an den Sperren den negativen Test vorzeigen, während Tausende Lenker noch immer festsaßen. Für die Tiroler hieß es aber Bahn frei für den Tunnel! Ein Bild, das sie am Donnerstagvormittag der „Krone“ übermittelten, zeigte sie frohen Mutes bereits in Deutschland. Die Heimkehr am Heiligen Abend schien zu klappen. 

Andreas Moser
Andreas Moser
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