19.12.2020 14:47 |

Kombi-Star Rehrl

„Jetzt muss ich im Sitzen Weihnachtslieder singen“

Die „Steirerkrone“ erreichte den am Freitag beim Weltcup in Ramsau gestürzten Kombinierer Franz Josef Rehrl nur Stunden nach seiner erlittenen schweren Knieverletzung (Kreuzbandriss). Wie der Ramsauer mit dem Rückschlag umgeht, was ihm im Moment der Landung durch den Kopf ging und wie er wieder aufstehen will. Eines wird sofort klar: Rehrl ist ein Kämpfer vor dem Herrn, er wird wieder zurückkommen!

„Es war ein Schlag ins Gesicht. Ich habe sofort gespürt, dass da etwas gerissen ist“, erzählte Franz Josef Rehrl am Telefon - keine 24 Stunden nach seinem folgenschweren Sturz samt Kreuzbandriss. „In nur wenigen Sekunden zerbröselt bei so einem Unfall ein Traum. Du weißt sofort, dass du schwer verletzt bist. Da geistern zig Gedanken durch den Kopf: War es das mit meiner Karriere? Natürlich denkst du auch an die WM und die Olympischen Spiele. Ich weiß jetzt, dass es ein beinharter Weg zurück wird, ich mindestens ein Jahr Verletzungspause habe und es noch länger dauert bis ich wieder stark springen kann.“

Ausgerechnet sein Zimmerkollege Mario Seidl, mit dem Rehrl im Weltcup sonst das „Überflieger-Zimmer“ bildet, riss sich ja 2019 ebenfalls das Kreuzband. „Er weiß genau, was ich jetzt durchmache. Wir haben auch schon telefoniert, er hat mich aufgebaut und mir Mut gemacht. Ich habe dem Mario gleich gesagt, dass er jetzt liefern muss - genau das würde mich motivieren!“

Fest drückte Rehrl im Spital in Linz, wo er von Teamarzt Dr. Barthofer bereits sechs Stunden nach dem Unfall erfolgreich operiert wurde, allen die Daumen. Und absolvierte ebenfalls bereits die erste Reha-Einheit: „Tag eins der Therapie hat begonnen. Ich will zurück in den Leistungssport, dafür kämpfe ich. Ich will wieder schön Skispringen und Langlaufen.“

Am Sonntag wird der 27-Jährige von seinen Eltern abgeholt und nach Hause in die Ramsau geführt. „Natürlich hätte ich mir schönere Weihnachten vorgestellt. Aber jetzt singe ich die Weihnachtslieder halt im Sitzen statt im Stehen“, hat der Pechvogel den Humor nicht verloren. „Ich werde die Physio starten und die Zeit mit meiner Frau Sarah und meinem Sohn Jakob genießen.“

Christoph Kothgasser
Christoph Kothgasser
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