18.12.2020 09:41 |

18 Millionen km²

Südpol: Ozonloch riesig wie seit 41 Jahren nicht

Das Ozonloch über der Antarktis war Anfang Dezember so groß wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Mit einer Ausdehnung von derzeit etwa18 Millionen Quadratkilometern habe es die Landfläche der gesamten Antarktis (rund 14 Millionen Quadratkilometer) erheblich übertroffen, berichten Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Es handle sich um das extremste Ausmaß für diese Jahreszeit seit Beginn der Erfassung der Daten vor 41 Jahren.

„Eigentlich sollte das Ozonloch über der Südhalbkugel im Dezember schon so gut wie verschwunden sein“, heißt es. In der Antarktis beginne derzeit der Sommer: „Mit dem Sonnenschein am Polartag ändern sich normalerweise die Druck- und Windverhältnisse, die das Ozonloch spätestens Anfang November in sich zusammenfallen lassen.“ Das geschah aber in diesem Jahr nicht, wie die Forscher im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR feststellten.

Stabiler polarer Wirbel als Ursache?
Als Ursache vermuten die Atmosphären-Forscher eine in diesem Jahr ungewöhnlich stabile Ausbildung des polaren Wirbels auf der Südhalbkugel, der 50 Kilometer hoch reichen könne. Grund dafür könnten wiederum zu schwache Luftmassenwellen zwischen den Polargebieten und den mittleren Breiten sein, die durch eine aktuell besonders kalte Pazifik-Oberfläche verursacht worden sein könnte.

„Das kann die Ausbildung des Ozonlochs besonders begünstigt haben“, erklärte Lisa Küchelbacher vom DFD. Ab dem 5. Dezember habe die Aktivität der Wellen zugenommen. Dies habe jetzt einen Wechsel auf die südpolaren Sommerbedingungen eingeleitet.

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