17.12.2020 14:25 |

In der Steiermark

Wirtschaftsbarometer: Aussichten „nicht rosig“

Die steirische Wirtschaft leidet unter dem Coronavirus - das bestätigt nun auch das aktuelle Wirtschaftsbarometer, das am Donnerstag präsentiert wurde. Manche Branchen sind fast ganz auf Null. „Das haben wir noch nie erlebt“, sagt der steirische Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk.

Die steirischen Betriebe beurteilen die gegenwärtige Wirtschaftslage in der Coronakrise wenig überraschend nicht besonders optimistisch. Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk sagte am Donnerstag bei einer Präsentation, 820 Firmen hatten sich an der Umfrage zum steirischen Konjunkturbarometer beteiligt, bei dem auch Stimmung und Aussichten abgefragt werden. „Nicht allzu rosig“, laute der Tenor. Dies sei seine 20. Barometer-Präsentation, aber das habe er „noch nicht erlebt“.

Daten schlechter als 2008
Nicht einmal 2008 seien die erhobenen Daten so schlecht gewesen, ergänzte WK-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg: „Und da sind wir schon von einer extremen Krise ausgegangen.“ Herk verglich die Lage der Wirtschaft in der Coronavirus-Pandemie mit jemand, der Fieber habe. Wenn dieses ein bisschen runtergehe, dann sei das schon „erfreulich und ein kleiner Schritt“, sagte der Präsident am Rande der Präsentation.

„Silberstreifen am Horizont“
Es seien zwar sämtliche Daten auf einem historischen Tiefstand, sagte Herk. „Aber wir haben auch ein paar Anzeichen dafür, dass sich ein paar Silberstreifen am Horizont zeigen“, erklärte der Präsident. Ein wesentlicher Faktor, der die Stimmung trübe, sei die Unsicherheit. Ein Viertel bis ein Drittel der Befragten geht von negativen Entwicklungen aus.

„Jeder Einzelner kann Beitrag leisten“
Er persönlich sei erschüttert, dass in der Steiermark nur rund 20 Prozent an den Corona-Massentests teilgenommen haben: „Es liegt am Einzelnen, einen Beitrag zu leisten, eine Teilnahme von 75 Prozent der Bevölkerung würde einen weiteren Lockdown egalisieren“, schätzte er.

Von den einzelnen Branchen sei jene der Veranstaltungen ganz auf Null, auch die Reisebranche oder der Tourismus. Beim Bau liege man derzeit noch positiv. In Bezug auf Firmenpleiten meinte der Präsident, aktuell sei die Lage etwas beschönigt, durch Stundungen von Steuern und Abgaben.

Einbrüche bei Umsätzen
Direktor Dernoscheg sagte, bei den Umsätzen hätten rund 60 Prozent der Unternehmen Einbrüche zu verzeichnen gehabt, nur 23,9 Prozent konnten diese steigern. Die Auftragslage zeige ein analoges Bild zur Umsatzfrage.

Auch Investitionen hätten massiv nachgelassen. Nur rund 21 Prozent der Firmen planten eine Ausweitung ihres Investitionsvolumens. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen nannten denn auch die Investitionsprämie als wirksamstes Mittel zur Krisenbekämpfung, 52 Prozent nannten Kurzarbeit, 20 Prozent Kreditgarantien und Haftungen.

Wunsch nach Hilfe vom Bund
Man wünsche sich aufgrund der Situation Hilfe vom Bund, so Herk und Dernoscheg: Dazu zählten unter anderem vollständige Kosten-Entschädigungen bei Quarantäne-Bescheiden, eine zusätzliche Euro-Milliarde für ein kommunales Investitionsprogramm und ein Weiterführen von Härtefallfonds und Stundungen von Steuern und Abgaben.

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