15.12.2020 23:57 |

Abwahl-Antrag

Lehnert bleibt weiter Rektor an Universität

Der Abwahl-Antrag um Rektor Hendrik Lehnert stand am Dienstag auf der Tagesordnung im Senat der Uni. Die 26 Mitglieder diskutierten bis in die Nacht. Der Antrag wurde kurz vor Mitternacht abgelehnt.

Um 14 Uhr begann am Dienstag die Senatssitzung der Paris Lodron Universität Salzburg. Bis spät in die Nacht zogen sich die Diskussionen zum Abwahl-Antrag gegen Rektor Hendrik Lehnert. Damit bestätigten sich die Gerüchte der annähernd ausgeglichenen Kräfteverhältnisse zwischen Befürwortern und Kritikern des Rektors innerhalb des Senats. Offensichtlich konnte sich trotz stundenlanger Diskussionen lange keine der beiden Seiten mit ihren Argumenten durchsetzen. Kurz vor Mitternacht fiel dann die Entscheidung: „Der Senat hat es sich alles andere als leicht gemacht, hier eine Wahl zu treffen. Die Vorwürfe konnten wohl nicht für alle entkräftet werden, haben die Mehrheit aber wohl nicht überzeugt“, sagt ein Senatsmitglied.

Zur Dauer der Sitzung meinte das Gremiums-Mitglied: „Es war abzusehen, dass die Diskussionen einige Zeit in Anspruch nehmen, da es ein sehr heikles Thema ist und an diese Entscheidung doch viele Folgen geknüpft sind.“

Senat: Image der Uni hat sehr gelitten

Der Senat äußerte auch sein Bedauern, dass „diese interne Angelegenheit“ vor der Erörterung im zuständigen Gremium „in die Presse und damit in die breite Öffentlichkeit gelangt ist, was dem Ansehen der Universität großen Schaden zugefügt hat“. Dabei sei teilweise von Sachverhalten ausgegangen worden, „die in dieser Form nicht den Tatsachen entsprechen, und verschiedene Fragen miteinander vermengt wurden, die bei sachlichem Zugang getrennt werden müssen“.

Wolfgang Faber, Vorsitzender des Senates, betonte, dass sich der Senat „dezidiert für Reformen an unserer Universität“ einsetze. Man werde daher diesen Reformprozess weiter konstruktiv mitgestalten und dabei die Interessen der Universitätsangehörigen, „gemeinsam neue und innovative Wege zu beschreiten, bei der Erarbeitung seiner Stellungnahmen in jedem Fall mit berücksichtigen“. Diesen Weg hätte man auch bestritten, wenn der Antrag auf Abberufung des Rektors eine Mehrheit gefunden hätte.

Reformpläne sorgten monatelang für Kritik

An der Universität Salzburg stießen die Reformpläne von Rektor Hendrik Lehnert teils auf Kritik, vor allem die geplante Veränderung der Struktur der bestehenden vier Fakultäten. Dazu kamen noch personelle Turbulenzen. Innerhalb von vier Monaten legten zwei Vizerektoren ihr Amt zurück. In dem Ablehnungsantrag sind laut dem Grünen Landesgeschäftsführer LAbg. Simon Heilig-Hofbauer auf insgesamt 38 Seiten schwerwiegende Vorwürfe gegen den Rektor erhoben worden. Diese würden teilweise auch ein bezeichnendes Licht auf die Zusammenarbeit im Rektorat werfen. Die Liste der angeblichen Verfehlungen reiche von der falschen Verdächtigung einer Straftat, über rechtswidrige Ausschreibungen bis hin zur Behinderung des Senats bei der rechtzeitigen Beschlussfassung des Entwicklungsplans.

Lehnerts Anwalt nennt Antrag „rechtswidrig“
Für den Anwalt des Uni-Chefs, Karl Ludwig Vavrovsky, war der Antrag ohnehin rechtswidrig. „Meine Aufgabe ist es, einen Beitrag zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Verfahrens zu leisten. Da geht es um Dinge wie die Anonymität des Antrags, fehlende Akteneinsicht usw.“, sagt Vavrovsky. Der Antrag muss nun nicht im Unirat behandelt werden. Der Ausgang war bis zur letzten Minute schwer abzuschätzen. „Das Stimmenverhältnis kann ich nur schwer beziffern“, ergänzt das Senatsmitglied.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
Thomas Manhart
Thomas Manhart
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