09.12.2020 07:00 |

Kein Ansturm

Corona-Krise lässt Shopping-Lust verebben

Damit haben wohl die wenigsten Handelsexperten gerechnet: Der große Ansturm auf die Salzburger Geschäfte blieb am 8. Dezember heuer aus – trotz der dreiwöchigen Schließung zuvor. „Es gibt keine Christkindlmärkte und Deutsche, die kommen. Das merkt man“, sagt etwa Doris Andrej von der Altstadt Confiserie.

So hat man die Salzburger Getreidegasse an einem 8. Dezember schon lange nicht mehr gesehen: Eine Dame in Leoparden-Mantel und Stöckelschuhen schlendert kurz nach 13.30 Uhr an den Auslagen vorbei. Wenig weiter flaniert Squash-Profi Aqeel Rehman: „Wir feiern den Geburtstag meiner Schwester heuer anders, wir spazieren einfach durch die Stadt.“

Wie die beiden sind am Marienfeiertag viele in der Altstadt unterwegs – der erwartete große Ansturm auf die Geschäfte blieb allerdings aus: Auch am zweiten Tag nach dem dreiwöchigen Lockdown sind die Läden zwar gut besucht, wenig erinnert allerdings an den Einkaufswahn der vergangenen Jahre am 8. Dezember.

Das macht sich auch wenige Schritte weiter in der Altstadt Confiserie bemerkbar. Dennoch: „Wir sind zufrieden. Unser Vorteil ist, dass wir heuer unser 60-jähriges Jubiläum feiern und viele treue Stammkunden haben“, berichtet Seniorchefin Doris Andrej der „Krone“.

Weniger Kunden durch Ausfall der Märkte
Nachsatz: „Natürlich ist es in der Stadt gemütlicher. Es gibt keine Christkindlmärkte und auch keine Deutschen, die zu uns kommen. Für die Salzburger ist das natürlich angenehmer“, sagt Andrej, als gerade Stammkundin Maria Brunauer ins Geschäft in der Münzgasse kommt, um Rumpastillen zu kaufen. „Ich bin extra aus Köstendorf dafür hergefahren, das sind einfach die besten, sag ich Ihnen“, sagt Brunauer.

Wenige Kilometer weiter zeigt sich im Europark ein ähnliches Bild: Auch hier sind am Nachmittag weniger Einkaufslustige unterwegs. Vor den Parfümerien und dem Mediamarkt bilden sich kurzfristig immer wieder Schlangen – allerdings wegen der coronabedingten Kundenbeschränkungen.

„Geht uns nun um Schadensbegrenzung“
Center-Manager Manuel Mayer kann der Atmosphäre etwas abgewinnen: „Wir sind heute gemütlich in den Tag gestartet, die Frequenz hat sich stündlich gesteigert – wir sind mit den ersten beiden Tagen zufrieden“, bericht Mayer der „Krone“.

Das Minus im Weihnachtsgeschäft lasse sich aber nicht mehr ausgleichen: „Unsere Händler sind froh, dass sie wieder aufsperren dürfen. Der Ausfall ist nicht aufholbar, es geht heuer nun um Schadensbegrenzung“, sagt Mayer mit Blick auf die nächsten beiden Adventwochenenden vor dem Fest.

Ruhiger Einkaufstag im Pinzgau und Pongau
Schauplatzwechsel in den Pinzgau: In Zell am See sind die Läden teils gut besucht, viele kaufen bereits ihre Christbäume vor den Geschäften. Im Pongau bleibt in St. Johann die Shopping-Laune gedämpft.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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