Informationssperre

Google und Facebook streiten um Nutzerdaten

Web
08.11.2010 09:56
Der Erfolg von Google und sozialen Netzwerken wie Facebook basiert auf der Anhäufung von Nutzerdaten, weshalb man diese auch nicht leichtfertig preisgibt. Facebook macht es vor und verweigert Google den Zugriff auf seine Datenbestände. Das wiederum passt Google nicht, weshalb der Suchmaschinenprimus dem weltweit größten sozialen Netzwerk künftig den Zugriff beispielsweise auf E-Mail-Adresslisten nur noch dann gewähren möchte, wenn Facebook ebenfalls seine Datenbestände öffnet.

Facebook bietet Nutzern an, ihre Kontaktlisten bei großen E-Mail-Anbietern wie Google, Yahoo oder Hotmail zu durchsuchen, um ihre Bekannten in dem sozialen Netzwerk schneller ausfindig zu machen. Dabei greift Facebook über sogenannte Programmierschnittstellen (APIs) auf die externen Systeme zu und schlägt dem Anwender die Kontaktaufnahme zu weiteren "Freunden" aus den Adressbüchern vor.

Daten nur gegen Daten
Doch genau diesem Austausch hat Google nun einen Riegel vorgeschoben. Der Suchmaschinengigant werde anderen Websites grundsätzlich keinen automatischen Zugang zu Kontaktdaten mehr erlauben, bis diese Websites im Gegenzug eine ähnliche Funktion anbieten, sagte ein Google-Sprecher am Freitag. Seine Nutzungsbedingungen passte Google entsprechend an.

Die Eskalation zwischen Google und Facebook hatte sich bereits abgezeichnet. Google-Chef Eric Schmidt hatte das soziale Netzwerk bereits im September aufgefordert, den Zugang zu seinen Nutzerlisten zu öffnen, damit sich Facebook-Freunde auch in der Google-Welt leichter finden könnten. "Kommt es nicht dazu, gibt es auch andere Wege, an diese Informationen heranzukommen", wurde der Konzernchef damals vom "Wall Street Journal" zitiert.

Twitter ausgesperrt
Facebook ist bekannt für eine strenge Kontrolle über den Fluss der Daten. Erst im Sommer hatte der Kurznachrichtendienst Twitter versucht, seinen Nutzern die Kontaktaufnahme zu ihren Facebook-Freunden zu erleichtern. Facebook blockierte die Funktion umgehend. Nutzer können bisher auch nicht ihre Kontaktlisten aus dem Online-Netzwerk exportieren.

Mächtiger Gegenspieler
Problematisch für Google ist, dass Facebook mit seinen 500 Millionen Mitgliedern zu einem mächtigen Konkurrenten für den Konzern herangewachsen ist. Die Vision von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist es, alle Lebenslagen online mit einer "sozialen Dimension" zu versehen - über sein eigenes Netzwerk natürlich. Außerdem tat sich Facebook mit Googles Erzrivalen Microsoft bei der Internetsuche zusammen. Ihr Konzept: Eine "soziale Suche", bei der die Vorlieben der Freunde eines Nutzers mit ins Gewicht fallen. Schmidt hatte angekündigt, Google wolle seine wichtigsten Dienste ebenfalls mit einer "sozialen Komponente" versehen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
08.11.2010 09:56
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung