29.11.2020 11:00 |

Trio floh nach Wien

Bluttat in Beirut: Ein Verfahren eingestellt

Tatort: Beirut, Libanon, im Jahr 1985. Im Zuge eines Raubüberfalls richteten drei Brüder einen Juwelier sowie vier seiner Mitarbeiter kaltblütig hin und flüchteten mit satter Beute. Das Trio wurde gefasst, verurteilt. Doch nach ihrer Flucht aus dem Gefängnis tauchten die Männer unter - und jetzt in Wien wieder auf ...

Es ist eine spektakuläre Kriminalgeschichte, deren womöglich letztes Kapitel nun in Wien aufgeschlagen wurde! Wie bereits berichtet, spielen drei gebürtige Armenier dabei die Hauptrolle: Ende März 1985 streckte das Trio während eines Raubüberfalls auf einen Juwelier in der libanesischen Hauptstadt Beirut insgesamt fünf Menschen nieder und flüchtete mit Millionenbeute. Der Juwelen-Coup wurde wenig später geklärt, die drei Brüder landeten hinter Gittern. Doch Alem, Sarkis und Vasgen (Namen geändert) gelang die Flucht.

Mit neuen Identitäten in Wien gelebt
Und zwar nach Wien, wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe aufdeckte. Die Männer, die in der Zwischenzeit längst die österreichische Staatsbürgerschaft erlangt hatten, lebten über Jahrzehnte hinweg völlig unbehelligt und unter neuen Identitäten in der Bundeshauptstadt. Einer davon, Sarkis, ist in der Zwischenzeit verstorben, die beiden anderen wurden nun von der Vergangenheit eingeholt.

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Mein Mandant wurde unter Prügel zu einem Geständnis gezwungen.

Top-Juristin Astrid Wagner

Ein Verfahren wieder eingestellt
Die Familien der damaligen Opfer brachten nach Recherchen den Stein ins Rollen und spürten die im Libanon bereits verurteilten Raubmörder in der Bundeshauptstadt auf. Tatsächlich eröffnete die Staatsanwaltschaft Verfahren gegen die zwei verbliebenen Brüder, wobei eines in der Zwischenzeit wieder eingestellt wurde: „Mein Mandant wurde unter Prügel zu einem Geständnis gezwungen und galt damals als junger Erwachsener. Das Verfahren wurde vor zwei Wochen eingestellt, er ist unschuldig“, so Top-Juristin Astrid Wagner, die Vasgen verteidigt. Gegen Alem könnte aber noch Anklage erhoben werden.

Oliver Papacek und Gregor Brandl, Kronen Zeitung

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