18.11.2020 18:05 |

Sieben Jahre Gefängnis

Vergewaltiger nach Urteil gleich wieder verhaftet

Zu sieben Jahren Haft ist am Mittwoch ein Kärntner am Landesgericht verurteilt worden. Laut Anklage hatte er seiner Frau in einer Nacht im Dezember 2019 eine Pistole an den Kopf gehalten und sie mehrfach vergewaltigt. Weil er eine gewalttätige Vorgeschichte hat, ließ Richter Gernot Kugi ihn noch im Gerichtssaal festnehmen und in eine Zelle bringen.

Zehnmal vorbestraft, mehrfach weggewiesen - trotzdem bestritt der 44-Jährige beim Prozess die Tat. Wie es zu den Vorwürfen komme, fragte der Vorsitzende des Schöffensenats. Dem Angeklagten fiel nur eine Antwort ein: „Sie wollte mich halt loswerden!“

Gewaltausbruch während „Aussprache“
Das dürfte nicht zu besteiten sein; immerhin hatte sie nach mehreren aktenkundigen Fällen die Scheidung beantragt. Und das hatte schließlich während einer „Aussprache“ zu dem Gewaltausbruch geführt. Der Mann war nämlich betrunken und hatte Kokain genommen. Er drohte seiner Frau, dass er das Haus vermint hätte und es in die Luft jagen könne. Nach mehrfacher Vergewaltigung durfte sie in der Früh die Tochter zur Tagesmutter zu bringen. Die Frau alarmierte die Polizei, die Cobra nahm den Mann fest.

Drohung und Kokaingenuss gab der Angeklagte zu. Zu Vergewaltung meinte seine Verteidigerin, dass die Frau sich mit den Vorwürfen wohl Vorteile bei der Scheidung erwartet hätte.

Bei ihrer Vernehmung nahm die Ex-Frau die Anschuldigungen auch wirklich zurück. Allerdings antwortete sie vage und ausweichend. Der Senat sprach den Mann schuldig. Richter Kugi begründete das Urteil so: Ihre Aussagen bei der Polizei seien glaubwürdig gewesen. Und sie habe in einer vom Angeklagten abgesonderten Einvernahme alles wiederholt. Der Ex-Mann erbat drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 Kärntner Krone
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