18.11.2020 08:15 |

Trotz Lockdown

10.000 Tiroler Pflichtschüler doch in den Klassen

In den Tiroler Schulen ist es nicht so still wie im ersten Lockdown: 15 Prozent der Kinder sind da. In Volksschulen liegt der Anteil bei über 20 Prozent. Elternvertreter sind für „Schichtbetrieb“ statt Schmalspurbetreuung.

Ein Kind in der Oberstufe, ein Kind in der Pflichtschule und eines im Kindergarten. Christiane Götz, Präsidentin des Landeselternverbandes Tirol, kennt aus eigener Erfahrung alle Probleme, die der zweite Lockdown für Familien bringt. Die vielen Petitionen für offene Schulen haben nichts genützt. „Dabei hat die Erfahrung aus dem Frühling gezeigt, wie schwierig der Fernunterricht über Wochen für viele Kinder und Eltern ist – vor allem bei den Jüngsten“, ruft Götz den ersten Lockdown in Erinnerung. Jetzt sei die Situation insofern erschwert, „weil das Schuljahr erst am Beginn steht und weil viele Eltern Urlaube und Betreuungszeiten längst aufgebraucht haben“.

Große Unterschiede zwischen AHS-Unterstufe und Volksschulen
Der Befund der Elternvertreterin spiegelt sich in den Zahlen wider. Deutlich mehr Familien als im Frühling nutzen das Betreuungsangebot. Laut erster Erhebung der Bildungsdirektion Tirol werden aktuell rund 10.000 Pflichtschüler (15 Prozent) trotz Lockdown in den Klassenräumen betreut. 420 der über 500 Pflichtschulen im Land haben dazu bereits Rückmeldungen abgegeben. In Volksschulen ist der Anteil mit 23 Prozent vergleichsweise hoch, in der AHS-Unterstufe mit drei Prozent eher gering. Im Vergleich zum Frühling sind die Werte deutlich gestiegen. Damals waren nur ein bis vier Prozent der Kinder außer Haus zu betreuen.

Landesrätin hat mit noch mehr Bedarf gerechnet
Tirols Bildungs-LR Beate Palfrader hat mit einem größeren Anstieg des Betreuungsbedarfes gerechnet. Und sie betont, dass die Bildungseinrichtungen auf diese Situation vorbereitet seien: „Natürlich lautet der Appell, Kinder - wenn möglich - daheim zu lassen. Aber die Schulen bleiben geöffnet. Vor allem auch für jene, die besonderen Förderbedarf haben.“ Für lernschwächere Kinder sollen am Mittwoch bei einem Bildungsgipfel im Landhaus weitere Fördermaßnahmen beschlossen werden. Die Betreuung in Schulen sei auch nicht als Spielvormittag gedacht, stellt Palfrader klar: „Neuer Stoff wird nicht durchgenommen. Aber das Lernen steht im Zentrum.“

Palfrader wie Götz gehen davon aus, dass der Betreuungsbedarf tendenziell steigen wird. Die Elternvertreterin erneuert deshalb die Forderung, zumindest Schichtbetrieb wie nach dem strengen Lockdown in Frühling zu ermöglichen: „Das hätte man auch bis zum 6. Dezember so handhaben können. Bei künftigen Einschränkungen muss das das Mindeste sein, das man den Kindern bietet. “

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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