13.11.2020 12:28 |

Nach Terror in Wien

Erzbischof Lackner für „angemessene Antwort“

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz sprach sich am Freitag am Vormittag gegen ein bestimmtes „Feindziel“ bei Maßnahmen gegen den Terror aus.

Die Spitze der römisch-katholischen Kirche in Österreich gibt sich zum von der Regierung geplanten Anti-Terror-Paket zurückhaltend. „Ich sehe grundsätzlich, dass eine Gewalt auf uns zugekommen ist, auf die wir angemessen antworten müssen“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, am Freitag in einer Pressekonferenz. Man werde aber Wege finden müssen, ohne ein bestimmtes „Feindziel“ zu haben.

„Wir leben in einer Zeit, wo Terror außer Rand und Band geraten ist“, reagierte Lackner unter anderem auf den Anschlag in Wien. Bei der Antwort auf diese Entwicklung vertraue man aber auf die Exekutive, meinte er. Wie dies genau ausfallen muss, „ist nicht meine Aufgabe zu definieren“, sagte Lackner auf die Frage, ob etwa ein eigenes, ebenfalls von der Regierung angekündigtes Imame-Register, einer Religionsgemeinschaft zuträglich sei.

Auch für die Bischofskonferenz stellen sich nach dem Anschlag in Wien mehrere Fragen, heißt es in einer Erklärung nach der - wegen der Coronapandemie per Videokonferenz abgehaltenen - Vollversammlung. Diese seien von den staatlichen Institutionen nun umfassend zu klären. „Ein Anschlag wie dieser will immer die Gesellschaft als Ganzes und unser Zusammenleben spalten und zerstören“, heißt es in der Erklärung.

Einen allgemeinen Appell sprechen die Bischöfe für die Religionsfreiheit aus. Die Einhaltung dieses Menschenrechts sowie der Dialog zwischen der Glaubensgemeinschaften sei in Österreich vorbildlich. Es brauche aber auch einen „redlichen Kurs“ über die Gefahr von politisch instrumentalisierter Religion im Allgemeinen und zum Vormarsch islamistischer Spielformen. Klar müsse sein: „Nie darf der Namen Gottes benutzt werden, um Mord, Vertreibung, Terrorismus und Unterdrückung zu rechtfertigen.“

 Salzburg-Krone
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