11.11.2020 16:54 |

Guten Morgen

Wer bekommt Impfstoff? | Fußfessel gegen Terror

Wer bekommt Impfstoff? Die Hoffnung auf einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus ist so groß wie nie: Doch wer bekommt ihn zuerst? Die Regierung arbeitet  intensiv an einer - wie sie sagt - ethischen und verträglichen Impfstrategie, zwei Bevölkerungsgruppen kommen dabei laut Impfgremium zuerst zum Zug. Die Risikogruppen, sprich Menschen, denen das Virus im schlimmsten Fall das Leben kosten kann, sowie Mitarbeiter in Gesundheitsberufen. „Wir werden einen niederschwelligen Zugang zur Covid-19-Impfung schaffen. Sie wird dorthin kommen, wo Menschen arbeiten, leben oder sich aufhalten“, heißt es vom Gesundheitsminister. Voraussichtlich wird nicht nur an den gewohnten Stellen geimpft werden, sondern beispielsweise auch durch mobile Impfteams. Die möglichen Impfstellen hängen allerdings auch von den Eigenschaften der Impfstoffe - etwa hinsichtlich der Lagerung - ab. Kühlboxen mit bis zu minus 70 Grad sollen das sein. Koste es was es wolle also? Es sieht danach aus. Der Verband der pharmazeutischen Industrie zeigt dennoch Zuversicht, „dass wir mit einer effektiven Waffe gegen das Coronavirus ins Jahr 2021 starten“, sagt Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. Und das Tempo, sofern man davon sprechen kann, ist dringend notwendig. Im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche stieg die Auslastung auf Österreichs Intensivstationen um 150, auf den Normalstationen um 1000 Personen. „Es ist Feuer am Dach“, sagt Infektiologe Günter Weiss - denn die aktuelle Belegung spiegelt lediglich das Infektionsgeschehen von vor zehn Tagen wider. Zwischen ein und zwei Prozent der aktuellen Neuinfektionen - gestern mit 7514 der zweithöchste Wert in Österreich bisher - müssen in einer Woche auf der Normal-, in zwei Wochen auf der Intensivstation behandelt werden. Doch die Liegedauer auf der Intensivstation ist hoch: „Wir nehmen also immer mehr Menschen auf, während wir wenig entlassen können“, sagt Weiss. 

Fußfessel gegen Terror. Keine zehn Tage nach dem Attentat von Wien prescht die Bundesregierung mit einem Maßnahmenpaket gegen Terrorismus vor: So plant Türkis-Grün etwa, dass „Gefährder“ - es sollen sich derzeit rund 150 solcher Kandidaten im Land aufhalten - künftig nach abgebüßter Haftstrafe eine Fußfessel tragen oder gar via Maßnahmenvollzug eingesperrt bleiben. Der „politische Islam“ soll verboten werden, zudem wird eine Informationspflicht der Behörden an die Justiz eingeführt - damit soll verhindert werden, dass wie beispielsweise im Fall des Wiener Attentäters die Staatsanwaltschaft nichts von einem versuchten Munitionskauf erfährt. Innenminister Karl Nehammer, dessen Familie wegen einer Reihe an Drohungen nach den jüngsten Moscheen-Schließungen rund um die Uhr von der Cobra überwacht wird, kündigte zudem eine Reform des Verfassungsschutzes an. Und geht es nach dem Kanzler, sollen Islamisten nach künftigen Haftstrafen direkt in den Maßnahmenvollzug. Dieser ist eigentlich für geistig abnorme Straftäter gedacht, deren Haft zwar zu Ende ist, die aber noch immer eine Gefahr darstellen. „Wenn man geistig abnorme Rechtsbrecher ein Leben lang wegsperren kann, dann kann auch ein Terrorist lebenslang weggesperrt werden“, sagt Sebastian Kurz. Bis dahin gilt es aber noch ein paar rechtliche Hürden zu nehmen - oder besser gesagt, ein paar Fußfesseln abzustreifen. 

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