09.11.2020 08:26 |

Streit um Marktmacht

Google stellt sich Wettbewerbsverfahren in den USA

Google verzichtet im Wettbewerbsverfahren in den USA auf einen Antrag, die Klage fallenzulassen. Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber kündigte stattdessen an, bis 21. Dezember zu den Vorwürfen Stellung nehmen zu wollen.

Das Justizministerium und elf Bundesstaaten hatten Ende Oktober Klage gegen Google mit dem Vorwurf eingereicht, das Unternehmen missbrauche seine marktbeherrschende Stellung. Die Tochter des Internetkonzerns Alphabet wird beschuldigt, bei Suchergebnissen und im Werbegeschäft Konkurrenten benachteiligt zu haben. Google hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die Klage in einer ersten Reaktion als „zutiefst fehlerhaft“ und als nicht hilfreich für die Verbraucher bezeichnet. „Sie könnte sogar die Telefonpreise erhöhen, den Menschen den Zugang zu den gewünschten Dienstleistungen erschweren und Suchdienste von geringerer Qualität künstlich stützen“, so der Konzern in einem Blogpost.

Es dürfte sich um das größte Wettbewerbsverfahren in den USA seit mehr als 20 Jahren handeln. Google kontrolliert der Klage zufolge fast 90 Prozent des gesamten Suchmaschinenmarkts in den USA, bei Suchen auf Handys beträgt der Marktanteil sogar fast 95 Prozent. Mit einem Umsatz von 162 Milliarden Dollar (rund 137,5 Milliarden Euro) zählt der Internetkonzern zu den größten Unternehmen der Welt. Anti-Trust-Verfahren von ähnlichen Dimensionen gab es in den USA 1998 gegen Microsoft und 1974 gegen AT&T. Das Microsoft-Verfahren wird wegen der Einbremsung des Softwarekonzerns als ein Wegbereiter des Internetbooms angesehen. Das AT&T-Verfahren führte zu einer Neuordnung des Telefonnetzes in den USA.

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