24.09.2004 12:34 |

Durchbruch

Legionärskrankheit: Erreger entschlüsselt

Forscher haben das Erbgut des Erregers der Legionärskrankheit entschlüsselt. Eine Reihe der Legionellen-Gene gebe Erklärungen für die Gefährlichkeit der Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung auslösen können, schreibt das Team um Minchen Chien vom Genomzentrum der Columbia University in New York.
So fanden die Wissenschaftler 16 bisher unbekannteGene beispielsweise für Eiweiße, die dem Bakteriumdas Eindringen in weiße Blutzellen des Menschen erleichtern.Diese und weitere genetischen Eigenarten des Bakteriums Legionellapneumophila beschreiben die Forscher im US-Magazin "Science" (Bd.305, S. 1966). Legionellen vermehren sich in Warm- und Kaltwasseranlagenaber auch in Klimaanlagen oder Whirlpools
 
Legionella pneumophila verfüge allein übermehr als 146 Gene, die dem Erreger das Überleben im Menschen,Einzellern und selbst in mit Pestiziden behandelten Rohrleitungenermöglicht, berichten die Forscher. Mehr so genannte Virulenzgenesind bislang nur bei einem anderen Bakterium bekannt - beim inBakterien parasitierenden Erreger Bdellovibrio.
 
Die Wissenschaftler analysierten das komplette Erbmaterialdes Erregers, der 1976 im amerikanischen Philadelphia erstmalszu einem Ausbruch der Legionärskrankheit auf einem Treffenvon Kriegsveteranen führte. Von einigen der nun entdecktenGene erhoffen sich die Wissenschaftler Ansätze für neueMedikamente zur Behandlung der Legionärskrankheit. Insgesamtsind derzeit die kompletten Genome von rund 165 Bakterien bekannt.
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