Mit gähnend leeren Taschen stehen die Bürgermeister von insgesamt 317 Gemeinden da, die seit 2001 einen kräftigen Einwohnerschwund verdauen mussten. Immerhin wirken sich Bevölkerungseinbußen negativ auf die Ertragsanteile aus. Im Klartext: weniger Bewohner - weniger Geld von der öffentlichen Hand.
Hartberg, Feldbach & Voitsberg die "ärmsten"
"Von 2008 auf 2009 kam es in der Steiermark zu einem drastischen Rückgang der Gemeinde-Steuereinnahmen um fünf Prozent. Verantwortlich dafür waren die Wirtschaftskrise - und daraus resultierend das markante Minus bei den zugewiesenen Ertragsanteilen um 6,1 Prozent", rechnet Martin Mayer, der oberste Landesstatistiker, vor. Die Steuerkraft-Kopfquote (also die Steuereinnahmen pro Einwohner) ging landesweit von 1.152 Euro (2008) auf 1.073 Euro (2009) zurück. Besonders in den südlichen und östlichen Agrarbezirken krachte es ordentlich im Gebälk, am "ärmsten" sind Hartberg, Feldbach und Voitsberg.
Besser stehen da die Industriebezirke im Oberland da, wo die Steuerkraft noch am höchsten ist. Als "reich" gelten auch Großgemeinden wie Graz (die Landeshauptstadt sackt 30 Prozent aller steiermarkweiten Abgaben und Steuern des Gemeindebereichs ein und profitiert vom Zuzug) sowie die Tourismuszentren. Ganz vorne rangieren dabei wie im Vorjahr Raaba, Bad Radkersburg und Unterpremstätten. Auf den hinteren Plätzen kommen landwirtschaftlich dominierte Klein- und Kleinstgemeinden.
Was die Steuerkraft-Quote generell angeht, liegt die Steiermark im Bundesvergleich auf dem drittletzten Platz (vor Niederösterreich und dem Burgenland). Übrigens: Statistisch gesehen ist es auch möglich, dass eine Gemeinde mit hoher Steuerkraft-Quote in einem strukturschwachen Bezirk liegt. Bestes Beispiel ist die Stadt Feldbach - die landesweite Nummer 8 -, die als Dienstleistungs- und Arbeitszentrum für den gesamten Bezirk (mit entsprechend hoher Kommunalsteuer) eine herausragende Stellung einnimmt.
von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"








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