02.11.2020 15:00 |

ÖGB-Forderungen

Von Kurzarbeit über Schecks bis zu Maskenpausen

Das erweiterte Kurzarbeitsmodell sieht Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth als Meilenstein. Dennoch werde es einiges mehr brauchen, um das Land aus der Krise zu führen. Er fordert daher etwa ein Konjunkturpaket, ein Arbeitsmarktpaket und „Tirol-Gutscheine“.

„Das nächste Konjunkturpaket muss schnellstmöglich kommen“, fordert Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth. Er betont auch, dass Kündigungen durch die verlängerte Kurzarbeit „nicht notwendig“ seien und fordert: „Wir brauchen ein ‚Arbeitsmarktprojekt 2000‘, das speziell für Frauen, Ältere und Langzeitarbeitslose Jobs schafft, außerdem ist ein Paket für den Lehrstellenmarkt unbedingt notwendig.“

Arbeitslose besonders unterstützen
Auch Arbeitslose sollen nicht im Stich gelassen werden - sie hätten schließlich unverschuldet ihren Arbeitsplatz verloren. „Deswegen muss das Arbeitslosengeld auf 70% Nettoersatzrate angehoben werden, zur Not muss hier das Land mit einem Drittel-Zuschuss einspringen“, so Wohlgemuth. Auch die Mindestsicherung solle erhöht und der Zugang erleichtert werden. „Der Zugriff auf das bitter Ersparte muss vorübergehend wegfallen!“

Absolut überzeugt ist der ÖGB-Chef vom kürzlich erneut angepassten Kurzarbeitsmodell: „Vor allem im von Gastronomie und Hotellerie geprägten Tirol ist die erneute Möglichkeit, die Arbeitsleistung auf bis zu Null zu fahren und dennoch bis zu 90% des Einkommens zu erhalten, ein echter Meilenstein!"

Schecks zum Einkaufen und für Nachhilfe
Die Konjunktur beleben will er mit einem „Tirol-Scheck“ von bis zu 500 Euro. „Wir müssen jetzt in den Konsum investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ich habe daher vor längerem das Modell eines ‚Tirol-Schecks‘ für Tiroler Produkte oder Dienstleistungen ins Spiel gebracht. Die tatsächliche Höhe soll sich an der des jeweiligen Einkommens orientieren, um soziale Treffsicherheit zu garantieren“, bekräftigt Wohlgemuth.

Er fordert zudem einen Rechtsanspruch auf die Sonderbetreuungszeit und einen Nachhilfescheck, um Familien unter die Arme zu greifen. „Es kann nicht sein, das Eltern zu Bittstellern gegenüber ihren Arbeitgebern degradiert werden, wenn die Volksschule oder der Kindergarten coronabedingt schließt!“

Maskenpause für Arbeitsnehmer
Als „absolutes Muss“ bezeichnet er eine Pause für jene Beschäftigten, die den ganzen Tag mit Maske arbeiten müssen. „Wenn die Corona-Ampel auf Rot schaltet, braucht die Maskenpause grünes Licht! Arbeitnehmer müssen das Recht haben, eine bezahlte Pause zum Wechseln der MNS-Maske oder einfach zum Durchschnaufen zu haben“, unterstreicht Wohlgemuth seine Forderung.

 Tiroler Krone
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