Naturschutz dagegen

Bauern wollen Nationalpark als „wolfsfreie“ Zone

Ohne Wölfe würden die Almbauern gerne vier Bezirke in Oberösterreich und damit auch den Nationalpark Kalkalpen sehen: Vöcklabruck, Gmunden, Kirchdorf und Steyr-Land. Sie fürchten, dass eine wachsende Isegrim-Population den Weidetieren zusetzt, Almen nicht mehr bewirtschaftet werden. Doch die Pläne stoßen auf Widerstand. Inzwischen gibt’s im Mühlviertel eine Wolfsriss-Meldung.

Ein Kalb wurde mit Bissspuren auf einer Weide in St. Ulrich/M. gefunden. Eine DNA-Analyse sollte spätestens heute Klarheit bringen, aber vermutlich war es ein Wolf, der hier durchzog.

Abschuss erleichtern
„Auf den Almen lassen sich die Tiere kaum schützen. Wenn wir die Almwirtschaft erhalten wollen, brauchen wir eine andere Strategie“, fordert Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ die Aufweichung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU, die den Wolf als geschützt definiert. Es soll leichter sein, die Raubtiere zu schießen, wenn sie Nutztiere reißen.

Diskussion zu emotional
„Die Aufweichung der Richtlinie hat man auch schon in Deutschland angeregt, wo es eine viel größere Wolfspopulation gibt. Mit negativem Erfolg“, weiß Gottfried Diwold, von der Agarabteilung des Landes OÖ. Widerstand gegen die Idee kommt vom Naturschutzbund OÖ  und auch von den Naturfreunden. „Die Diskussion um den Wolf wird viel zu emotional geführt, wir sollten bei den Fakten bleiben“, sagt der oö. Naturfreunde-Geschäftsführer Christian Dornauer.

Vier Wolfsrisse
Fakt ist, dass heuer vier bestätigte Nutztier-Wolfsrisse – da ist das Kalb in St. Ulrich nicht dabei – verzeichnet wurden. „An die Folgeschäden denkt niemand“, sagt Johann Feßl, Obmann der Almbauern in OÖ.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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Sonntag, 29. November 2020
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