22.10.2020 09:00 |

Winter-Buchungsflaute

Salzburger Hotels erst zu einem Drittel ausgebucht

Salzburgs Touristiker zittern kräftig: Reisewarnungen und eine rasant steigende Corona-Zahlen sorgen für eine heftige Buchungsflaute – die Regionen erst zu einem Drittel ausgebucht. Die „Krone“ hörte sich um.

Abwarten und Tee trinken. Dafür haben Salzburgs Touristiker coronabedingt in der Zwischensaison nur wenig Nerven. Steigende Infektionszahlen und Reisewarnungen sorgen landesweit für eine ordentliche Buchungsflaute.

Und das stresst die Branche: Die Ferienregionen sind für die anstehende Wintersaison erst zu einem Drittel ausgebucht. Im Schnitt verzeichnen die rund 11.430 Betriebe um 37 Prozent weniger Buchungen verzeichnet als im Oktober 2019.

„Die Reisebeschränkungen aus Deutschland oder auch den Niederlanden wirken sich auf die Zimmerpläne aus. Als die Deutschen ihre Warnung für Tirol ausgaben, stornierten viele Gäste ihren Winterurlaub hierzulande“, berichtet Tourismusforscher Werner Taurer von der FH Salzburg.

Zudem gravierend: Das Infektionsgeschehen in wichtigen Herkunftsländern, wie in Deutschland. Noch in der vergangenen Wintersaison sorgten unsere Nachbarn für stolze 5,18 Nächtigungen Millionen im Land – Platz 1 im Gästeranking. Ein Winter ohne die deutschen Skiläufer wäre verheerend für die Salzburger Wirtschaft. „Anders als im Sommer werden die Österreicher im Winter die Lücke nicht auffüllen können. Wer in den vergangenen Jahren nicht im Skiurlaub war, wird auch heuer nicht fahren“, so Experte Taurer.

„Bewegen uns nun vor Saison im Blindflug“
Diese Entwicklung sorgt Saalbach-Hinterglemm für Sorgenfalten. Noch vergangenen Winter verbuchten die Pinzgauer 1,3 Millionen Nächtigungen.

46 Prozent davon gehen auf das Konto der Deutschen, 22 Prozent auf das der Niederländer. „Wir können nur hoffen, dass die Maßnahmen greifen. Derzeit verzeichnen wir 80 Prozent weniger Buchungen als im Oktober 2019“, so Tourismuschef Wolfgang Breitfuß. Nachsatz: „Nur wenige Österreicher buchen.“ Ähnlich ist die Lage auch bei Hotelier Walter Veit in Obertauern. „Schlimm wäre, wenn ab 8. November für Deutsche, die aus Risikogebieten heimkehren, eine fünftägige Quarantäne gilt.“

In der Fuschlsee-Region sieht man es gleich– trotz wenig Winteranteil bei den Nächtigungen. „Machen wir uns nichts vor. Diese Saison wird ein Gewaltakt“, sagt Touristikerin Hildegund Schirlbauer.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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