Vier Verletzte

Es herrscht Chaos hinter Gefängnismauern in Asten

Die oberösterreichische Justizanstalt Asten wird immer mehr zum „Chaos-Häfn“. Insider berichten von vier verletzten Bediensteten innerhalb von drei Wochen. Gegen den interimistischen Leiter der Strafvollzugsanstalt laufen staatsanwaltliche Ermittlungen. Und auch die Nachbesetzung dieser Position lässt weiter auf sich warten.

„Das System Kitzberger ist grausam“, so ein Anonymus aus der Justizanstalt Asten. Ein Bediensteter wurde von einem Insassen mit einem Sessel attackiert, andere mussten Faustschläge und Fußtritte einstecken. Ein Beamter wurde im Einsatz verletzt. Schon in den Monaten davor gab es Brandstiftungen und einen Selbstmord in Asten. Insider führen die Vorkommnisse auf den Führungsstil des interimistischen Leiters Martin Kitzberger zurück.

Ministerium bleibt gelassen
Im Justizministerium nimmt man die Vorfälle gelassen. „Entsprechend der grundsätzlichen Verständigungspflichten erfolgt bei jedem Vorfall, der die Sicherheit und Ordnung betrifft, eine Meldung an das BMJ. Über die Verletzung von vier Justizwachebeamten ist berichtet worden“, heißt es.

Staatsanwalt ermittelt gegen Leiter
Asten beschäftigt das Ministerium auch an einer anderen Front. Seit über einem Jahr sind die Posten des Leiters und seines Stellvertreters ausgeschrieben. Auch Kitzberger rechnet sich Chancen aus, obwohl derzeit die Staatsanwaltschaft Wels wegen Amtsmissbrauchs gegen ihn ermittelt. Der Ausgang ist ungewiss.

Besetzung läuft
Hearings der Bewerber vor einer Kommission haben stattgefunden. „Der Besetzungsvorgang ist nicht abgeschlossen“, hieß es am Freitag aus dem Büro von Ministerin Alma Zadić.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 28. Oktober 2020
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