03.10.2020 12:00 |

Lösung in Tirol

Mobbing an Schule: Neue Lehrperson, neues Fach

Herbe Vorwürfe gegen die Direktorin einer Volksschule im Tiroler Oberland haben Eltern Mitte September erhoben. „Sie schikaniert unsere Kinder“, betonten sie glaubwürdig - die „Krone“ berichtete. Am Donnerstag wurde bei einem Treffen eine Lösung erarbeitet. Alle Beteiligten sind damit zufrieden, nur die Eltern nicht.

Die Schilderungen, die neben den Eltern auch die betroffenen Kinder im Gespräch mit der „Tiroler Krone“ tätigten, gingen unter die Haut. „Sie schikaniert, beleidigt und schreit all jene Schüler an, die nicht zu ihren Lieblingskindern zählen. Sie übt psychischen Druck auf sie aus und stellt sie vor den Klassenkameraden bloß, indem sie die Kinder nachäfft“, so die Eltern.

Sie haben über Monate hinweg diverse Anlaufstellen aufgesucht und den Verantwortlichen die Erlebnisse samt Beweismaterial übergeben. Doch geändert habe sich nichts, daher habe man den Schritt an die Medien gewagt, wie die Eltern sagen. Doch nun scheint ihr Hilferuf erhört worden zu sein. Am Donnerstag fand ein Treffen statt. Daran teilgenommen haben mitunter Christian Biendl, Leiter der Bildungsregion Tirol West, die Schulleiterin und Tirols Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser.

Mobbing und Co. künftig als Unterrichtseinheit
„Wir haben eine Vereinbarung getroffen, wie es weitergehen soll. Die Direktorin unterrichtet die betroffenen Kinder in den Fächern Werken und Zeichnen. Diese Fächer wird ab 12. Oktober eine andere Lehrperson übernehmen – ihre Kollegin in der Schule“, schildert Biendl. So gäbe es keine pädagogischen Berührungspunkte mehr zwischen den Kindern und der Direktorin.

Außerdem soll für die gesamte Klasse eine Stunde „Soziales Lernen“ eingeführt werden – und zwar jahresdurchgängig. „In dieser Einheit werden Themen wie der Umgang mit Schwächeren, Mobbing und Klärung von Streitgesprächen behandelt“, weiß Biendl.

„Ich hoffe, dass sich die Lage nun beruhigt“
Von dieser Lösung angetan zeigt sich auch Harasser: „Ich glaube, dass das eine gute Lösung ist. Damit können alle Beteiligten gut leben. Die Direktorin kommt aus der Schusslinie und hat nichts mehr mit den Kindern zu tun. Somit kann eigentlich nichts mehr passieren.“ Auch der geplanten Einheit „Soziales Lernen“ könne Harasser etwas Positives abgewinnen. „Ich hoffe, dass sich die Situation nun beruhigt“, betont sie.

„Zutiefst enttäuscht“ über diese „oberflächliche Lösung“ sind hingegen die Eltern der betroffenen Kinder. „Sie fühlen sich als Verlierer dieser Geschichte. Denn die Direktorin, die psychische Gewalt ausübt, bleibt weiterhin an der Schule – und das obwohl die Familien bereits seit Jahren auf diese Missstände hinweisen und obwohl auch viele andere Kinder samt deren Eltern dieses unpassende Verhalten der Schulleiterin ertragen mussten. Es wird sich absolut nichts ändern, dieser Lösungsansatz ist somit nicht zufriedenstellend“, spricht FP-LA Evelyn Achhorner im Namen der Familien.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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