28.09.2020 10:06 |

Virus breitet sich aus

Erster Corona-Todesfall in griechischem Lager

In Griechenland ist ein erster Bewohner eines Flüchtlingslagers an Corona gestorben. Ein 61-jähriger Afghane, der im Lager Malakassa nahe Athen untergebracht war, sei in einem Spital in der griechischen Hauptstadt gestorben, erklärte das Migrationsministerium am Sonntag.

Malakassa und die nahe gelegenen Lager Schisto und Elaionas waren wegen steigender Infektionszahlen Anfang September unter Quarantäne gesetzt worden.

Virus breitet sich in Flüchtlingslagern stark aus
In den griechischen Flüchtlingslagern hatte sich das Coronavirus zuletzt stark ausgebreitet. Allein in einem umstrittenen Übergangslager auf der Insel Lesbos wurden mehr als 240 Asylsuchende positiv auf den Erreger getestet. Das Camp war nach der Zerstörung des Flüchtlingslagers Moria durch ein Feuer eilig errichtet worden. Dort lebten zuvor rund 12.000 Menschen. Bei ihrem Einzug in das neue Camp wurden alle Bewohner auf eine Corona-Infektion getestet.

Hunderte Flüchtlinge kommen aus Lesbos auf Festland
Unterdessen dürfen noch am Montag mehr als 700 Migranten die Insel Lesbos verlassen. Es seien anerkannte Flüchtlinge, die Asyl in Griechenland bekommen haben, berichtete das Staatsfernsehen Montagfrüh.

Keine unbegleiteten Minderjährigen mehr in Lagern auf Inseln
Wie Migrationsminister Notis Mitarachi am Sonntag sagte, wurden mittlerweile alle unbegleiteten Minderjährigen, die in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln lebten, aufs Festland gebracht. Deutschland hat zugesagt, bis zu 150 von ihnen aufzunehmen. Nach Angaben des deutschen Innenministeriums sollen die ersten 50 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge am Mittwoch in Deutschland eintreffen. Die türkis-grüne Regierung in Österreich lehnt eine Aufnahme weiter strikt ab.

Es sei geplant, dass - wahrscheinlich am Donnerstag und am nächsten Montag - weitere 2300 Menschen mit Schutzrecht zum griechischen Festland gebracht werden, berichtete das griechische Staatsfernsehen weiter. Migrationsminister Mitarakis hatte diese wesentliche Entlastung des vorläufigen Zeltlagers von Kara Tepe, in dem rund 10.000 Menschen nach der Zerstörung des Groß-Lagers Moria untergebracht worden sind, bereits am Vortag im Rundfunk angekündigt.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).