Auf EU-Ebene

Tiertransporte: Start für Untersuchungsausschuss

Jährlich werden rund eineinhalb Milliarden Schweine, Kühe sowie Schafe und Ziegen auf engstem Raum tagelang durch die Europäische Union und in Drittländer transportiert. Ein EU-Untersuchungsausschuss soll sinnlose Tierqual auf der Straße und am Seeweg beenden.

Regelmäßig werden eklatante Missstände und schwere Vergehen in den Mitgliedsstaaten aufgedeckt. Die Kontrollen der EU-Transportverordnung durch die Länder lassen zu wünschen übrig. Am meisten hat die Öffentlichkeit in den letzten Monaten das Leid bei Kälbertransporten aufgeschreckt, wovon auch Österreich betroffen war. Um mutmaßliche Verstöße oder Missstände bei der Umsetzung des EU-Rechts bei Tiertransporten aufzuklären und die Einhaltung von Tierschutzstandards zu sichern hat das EU–Parlament einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Das erste Treffen fand diese Woche statt.

Zwar war der erste Termin ausschließlich Formalitäten gewidmet, die Hoffnung auf Verbesserungen ist aber aufrecht. Eva Rosenberg von "Vier Pfoten": "Wir erwarten von den Abgeordneten ganz konkrete und auch starke Empfehlungen, das Tierleid während Transporten zu reduzieren. Zum Beispiel eine Begrenzung der Transportdauer lebender Tiere auf maximal acht Stunden, ein Verbot für den Transport lebender Tiere in Drittländer, mehr unangekündigte Kontrollen und strengere Sanktionen für Verstöße. Die langfristige Lösung muss aber heißen: Transport von Fleisch anstelle von lebenden Tieren. Nur so kann unnötiges Tierleid auf langen Transportwegen beendet werden.“

Entenfellner: „Transporte ins Ausland gehören verboten“
„Wenn es um Zuchtrinder geht, kann man Samen in Drittländer schicken. Künstliche Besamung ist weltweit schon gelebte Praxis, keiner versteht, warum man das nicht so handhaben könnte“, schlägt etwa „Krone“-Tiereckenchefin Maggie Entenfellner vor. Oder: „Tiertransporte ins Ausland müssen einfach verboten werden, als Alternative, die ebenfalls wirtschaftlich kein Nachteil sein sollte, ist doch die Variante in Kühlwagen. Mit gekühltem Fleisch und eingehaltener Kühlkette überhaupt kein Problem.“

Als großer Erfolg kann der „Krone“-Gipfel gegen Tiertransporte bezeichnet werden. Trotz harter Forderungen im Auftrag unserer Leser gab es bei allen Teilnehmern breite Einigkeit — im Sinne der Tiere. Was sich seit dem großen von der „Krone“ einberufenen Gipfel zum Thema Tiertransporte getan hat, lesen Sie hier.

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Montag, 19. Oktober 2020
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