Berchtold selbst war bei der Verlesung der Erklärung im Feldkircher Rathaus nicht anwesend. Er sei ob des Vorwurfs gegen ihn "gesundheitlich stark angeschlagen", erklärte Burtscher. Sie wies mit Nachdruck darauf hin, dass der Wahrheitsgehalt der Anzeige noch von der Justiz zu prüfen sei und bat die Medien - angesichts der Gefahr einer Vorverurteilung - um Fairness. Zu inhaltlichen Fragen nahm Burtscher nicht Stellung.
Zeugeneinvernahme steht noch aus
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch bestätigte am Montag ohne Nennung eines Namens, "dass gegen eine in der Gemeindepolitik tätige Person Ermittlungen wegen eines Sexualdelikts geführt werden". Es stehe noch die Zeugeneinvernahme aus, diese werde bald stattfinden. Anschließend werde entschieden, ob Anklage erhoben wird oder nicht, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Heinz Rusch.
Medienberichten zufolge soll die Anzeige gegen Berchtold bereits im März eingebracht worden sein. Die Frau habe sich drei Tage nach den Vorarlberger Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und davon berichtet, dass sich der Bürgermeister im Herbst 2009 an ihr vergangen habe. Zu dem Übergriff sei es im Rahmen einer Klausurtagung der Feldkircher ÖVP im Bregenzerwald gekommen, angeblicher Tatort war um 2 Uhr früh Berchtolds Hotelzimmer.
Erst im März mit 76,2 Prozent wiedergewählt
Der vierfache Familienvater Berchtold ist bereits seit 1991 Bürgermeister von Feldkirch, der mit knapp 31.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Vorarlbergs. Im März wurde er in der Direktwahl mit 76,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, damit schnitt er persönlich noch um über acht Prozentpunkte besser ab als seine Partei, die ÖVP. Die Präsidentschaft des Vorarlberger Gemeindeverbands übernahm Berchtold 1995. In Vorarlbergs Politszene hat sein Name seit über 20 Jahren Gewicht.









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