23.09.2020 20:15 |

„Wäre harter Schlag“

Steirische Wirte in Sorge vor 22-Uhr-Sperrstunde

Worte, die eine Branche erschrecken: Er sei sich sicher, dass die anderen Bundesländer bei der Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr nachziehen werden, sagte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Für die ohnehin schwer gebeutelte steirische Gastronomie wäre das ein „harter Schlag“, so ein Sprecher.

Der Vorstoß von Tirol, Vorarlberg und Salzburg hat überrascht: Drei Wochen lang gilt die Sperrstunde bereits für 22 Uhr. Vorerst will die Steiermark nicht nachziehen, doch das Damoklesschwert schwebt über einer schwer gebeutelten Branche.

„Es wäre ein richtig großer Dämpfer“, sagt der steirische Gastronomie-Obmann Klaus Friedl zur „Krone“. Derzeit dürfen Lokale ja bis 1 Uhr offen halten. Ein Beispiel: Fußballspiele am Abend enden in der Regel nach 22 Uhr. Gäste könnten sie also nicht fertigschauen und würden wohl gleich zu Hause bleiben.

Gäste sitzen nach Küchenschluss gerne zusammen
Auch Speiselokale wären, obwohl in unseren Breiten kaum noch sehr spät gegessen wird, betroffen: „Die Gäste sitzen gerne noch nach Küchenschluss gemütlich beisammen“, sagt Robert Grossauer vom Grazer Gösser Bräu. Eine frühe Sperrstunde würde gefühlten Stress bedeuten.

Hochzeiten nur im kleinen Rahmen erlaubt
Die Branche hat ohnehin schwer zu kämpfen. Der Nachtgastronomie wurde quasi die Existenzgrundlage entzogen, die seit Montag geltenden Regeln treffen besonders Stehcafés (da nur noch Sitzplätze erlaubt sind) und Betriebe, die sich mit Sälen auf große Veranstaltungen spezialisiert haben. Selbst bei Hochzeiten sind im Inneren nur noch zehn Personen erlaubt - im Freien zwar 100, doch was ist bei Schlechtwetter?

Weihnachtsgeschäft ist existenziell
Groß ist das Bangen um Weihnachtsfeiern von Firmen und Vereinen, ein ganz wichtiges Geschäft für Gasthäuser: Falls es wegfällt, wird es für viele Betriebe schwer, im Jänner die erste Rate der Corona-Überbrückungsfinanzierung zurückzuzahlen, so Friedl. Er hofft hier auf ein Einlenken der Regierung - und dass viele Firmen ihren Mitarbeitern heuer Gastronomie-Gutscheine schenken werden.

Es gibt aber auch positive Signale: Trotz neuer Maskenpflicht verzeichnet Grossauer bisher nur einen leichten Rückgang an Kunden. „Sie haben die Maske im Wirtshaus großteils akzeptiert“, ist er erleichtert.

Jakob Traby
Jakob Traby
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