Den Ernst der Lage kann man schon an den Gesichtern der drei ablesen. Die Stirn in Falten gelegt, berichten Hans Sünkel, Vorsitzender der Universitätenkonferenz, Martin Polaschek, Vizerektor der Grazer Karl-Franzens-Uni, und Wolfhard Wegscheider, Chef der Leobner Montanisten, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag über den Status quo an den Hochschulen.
Kaum hat das neue Wintersemester begonnen, gibt's schon arge Zores. Und wieder einmal sind es die Finanzen, welche die Steirer zu der Protest-Aktion veranlassen. Mit dem Wegfall der Studiengebühren habe sich die budgetäre Situation nämlich dramatisch verschärft. "Wir werden vom Staat im Regen stehen gelassen!", ärgert sich Sünkel, "wir sollen den Gürtel enger schnallen und trotzdem mehr Leistungen erbringen - wie soll das gehen?" Ab 2013 werde man sowohl beim Bildungs- als auch beim Forschungsangebot kürzen müssen.
"Wir sind doch keine Bittsteller"
Die "rot-schwarze Blockadepolitik" sei für die Misere hauptverantwortlich, kritisieren die Rektoren. Hilferufe verhallten ungehört: "Wir sind doch keine Bittsteller!" "Ein Bankenrettungspaket ist in drei Wochen von der Regierung auf die Beine gestellt worden, aber bei den Hochschulen missachtet man die akademische Leistung", so Wegscheider.
"Wir werden ausgelacht!"
Tatsächlich kommen teilweise auf einen Professor 300 Studenten, steigt die Zahl der Inskriptionen von Jahr zu Jahr, sinken aber die Subventionen durch die Republik. "Es geht nicht an, dass wir jeden Studenten nehmen müssen, wie uns das die Regierung vorschreibt. Wir brauchen endlich eine klare Zugangsregelung", so Sünkel. Dem internationalen Vergleich kann das Bildungsland Österreich längst nicht mehr standhalten: "Wir werden ausgelacht!" Am 19. Oktober wird es deshalb an den Universitäten "Vollversammlungen", also Proteste, geben.
Daten und Fakten
von Gerald Schwaiger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
Archivbild: Studenten-Proteste im Herbst 2009.








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