16.09.2020 15:00 |

Bernhard Rausch

Auf Polizeidirektor wartet lange Ermittlungs-Liste

Bernhard Rausch wird der neue Polizei-Chef in Salzburg. Das entschied Innenminister Karl Nehammer im Einvernehmen mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Offiziell ist es noch nicht, polizeiintern sorgt die Rochade für wenig Überraschung: Rausch galt als Kronprinz von Franz Ruf – und es warten viele Aufgaben.

Für Bernhard Rausch kommt die Ernennung zum obersten Polizisten in Salzburg zu einem feierlichen Augenblick: Im September 1995 trat er in den Dienst der Exekutive ein. Zu seinem 25-Jahre-Jubiläum wird er also nun auf den Chef-Sessel gehievt.

Konkret haben das Innenminister Karl Nehmammer und Landeshauptmann Wilfried Haslauer getan. Am 29. September kommt Nehammer nach Salzburg und überreicht Bernhard Rausch sein Ernennungsdekret. Offizieller Dienstantritt ist der 1. Oktober.

Intern gilt Rausch als durchaus „qualifizierte Wahl“. Unter den Kollegen in der Landespolizeidirektion genießt er einen durchwegs guten Ruf. Der Nachname Rausch ist in Polizei-Kreisen nämlich kein unbekannter. Lange Zeit war der Bruder des neuen Polizeichefs auch der Sprecher und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit. Michael Rausch wechselte aber in die politische Ecke, spricht jetzt für VP-Landesrat Josef Schwaiger. Eine offensichtlich geplante Rochade, um seinem Bruder Bernhard den Weg zum Polizeichef frei zu machen. Bernhard Rausch wäre als Direktor seinem Bruder direkt vorgesetzt gewesen – und das geht im Beamten-Dienstrecht nur per Ausnahmeregelungen.

Dass Bernhard Rausch im Schoß des exekutiven ÖVP-Netzwerkes zum Zug kommt, werten viele Insider auch als Wiedergutmachung. 2012, im Zuge der Behördenreform nach der Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei – schaute der Salzburger salopp formuliert durch die Finger. 20 Stellen wurden damals neu ausgeschrieben. Während der Lungauer Franz Ruf auf den damaligen Polizei-Chef Ernst Kröll folgte, hatte Rausch im Rennen um die neu geschaffenen sechs Abteilungsleiter das Nachsehen. Er wurde „nur“ zum Leiter des Rechtsbüros ernannt, was er bis jetzt auch blieb.

Keine Änderung bei den beiden Stellvertretern
Beworben hat sich neben Rausch auch der bisherige Stellvertreter Bernhard Vouk. Der wird weiterhin Stellvertreter bleiben – wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen: Vouk war bisher direkter Vorgesetzter von Rausch. Jetzt ist es eben anders. Auch Arno Kosmata – der Polizei-Vize führte seit dem Wechsel von Ruf nach Wien die Amtsgeschäfte – bleibt in seiner Funktion. Beide haben dem Vernehmen nach unbefristete Verträge. Auf den neuen Ober-Polizisten Bernhard Rausch wartet jedenfalls eine Menge Arbeit. Zwar wird Ex-Direktor Ruf eine lupenreine weiße Weste seiner Amtsperiode attestiert, hinter den Kulissen der Polizeiarbeit macht sich aber auch Kritik breit. Größtes Thema: Der Personalmangel.

Antonio Lovric/Max Grill

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