14.09.2004 16:41 |

Macht blind

Krawattenträger leben gefährlich

Männer, die ihre Krawatten zu eng binden, riskieren eine Erkrankung ihrer Augen, warnt die deutsche „Techniker Krankenkasse“. Zu diesem erstaunlichen Befund kommt eine New Yorker Studie. Eine zu eng geschnürte Krawatte verhindert den Abfluss des Kammerwassers aus dem vorderen Teil der Augen und lässt den Augeninnendruck steigen. Der erhöhte Augeninnendruck ist einer der Warnhinweise bei der Entstehung eines Glaukoms, auch Grüner Star genannt.
Bei einer amerikanischen Studie an der New YorkerAugenklinik wurde der Augeninnendruck bei 40 Männern vorund nach dem Schlipsumbinden gemessen. Das erstaunliche Ergebnis:Nachdem die Männer ihre Krawatte angelegt hatten, stieg derDruck im Auge um bis zu 20 Prozent an, und zwar unabhängigdavon, ob es sich um gesunde Männer oder um Patienten miteinem bekanntem Glaukom handelte. Nachdem das "Halsband" abgenommenwurde, fiel der Druck im Auge sofort wieder ab.
 
"Einerseits dürfte Krawattentragen somit Untersuchungsergebnissebei der Glaukomdiagnostik verfälschen, anderseits könntehäufiges und langes Krawattentragen die okuläre Hypertensionbegünstigen", vermuten die Forscher um Prof. Dr. Robert Ritchvon der New Yorker Augen- und Ohrenklinik.
 
Auch Rauchen gefährdet die Augen
Der britische Augenspezialist Keith Barton vom MoorfieldsEye Hospital in London sieht zwar keinen Grund, auf Krawattengänzlich zu verzichten. "Krawatten verursachen bei den meistenMenschen keine Glaukome", so der Experte. Barton räumt aberein, dass jeglicher Außendruck auf Blutgefäße,der über einen längeren Zeitraum erfolgt, durchaus negativeWirkung entfalten kann. Sicher ist zudem, dass jede Form des Nikotinkonsumsbeim Glaukom eine erhebliche zusätzliche Gefahr darstellt,denn Nikotin verengt die Gefäße und verschlechtertdeshalb die Durchblutung in wichtigen Bereichen des Auges.
Montag, 14. Juni 2021
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