09.09.2020 17:14 |

„Fantastischer Fund“

Deutsches Kriegsschiff vor Norwegen entdeckt

Vor der Südküste Norwegens ist das Wrack eines deutschen Kriegsschiffs aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die „Karlsruhe“ war am 9. April 1940 von einem britischen Torpedo getroffen worden. Dabei wurde das Schiff so schwer beschädigt, dass der Kapitän beschloss, es zu versenken. 80 Jahre lag sie in etwa 500 Metern Tiefe auf Grund. Forscher sprechen von einer „fantastischen Entdeckung“ - doch eine Bergung wird ausgeschlossen.

Die „Karlsruhe“, die an der Eroberung von Kristiansand beteiligt war und auf unbekannter Position verloren ging, wurde bei der Überprüfung eines Unterwasserkabels zwischen Norwegen und Dänemark entdeckt. Das Sonar zeigte einen Schatten an, dem man zunächst nicht viel Bedeutung beimaß - Schiffswracks am Meeresboden in Norwegen sind nichts Ungewöhnliches.

Zustand des Schiffes ist gut
Im Juni dieses Jahres hatte man Gelegenheit, sich den Schatten genauer zu betrachten.
Mit Hilfe eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs und mehrstrahligen Echoloten verschafften sich die Experten ein Bild von dem, was da auf dem Meeresgrund lag. Deutlich waren Kanonen an Deck zu erkennen. Ein Hakenkreuz ließ schließlich keinen Zweifel mehr aufkommen: Es handelte sich um die „Karlsruhe“. „Der Bug ist weggesprengt, weil ein Torpedo die Munitionskammer traf“, berichtete ein Archäologe. „Aber sonst haben wir den Eindruck, dass das ursprünglich 175 Meter lange Schiff in einem guten Zustand ist.“

Konservierung macht Bergung unmöglich
Dass die „Karlsruhe“ eines Tages gehoben wird, hält man für ausgeschlossen. „Das wäre zu teuer und die Konservierung eines so großen Metallboots zu schwierig.“ Unklar sei auch, ob die Soldaten, als sie das Schiff verließen, ihre bei dem Angriff getöteten Kameraden zurückließen. „Anhand der Kriegstagebücher wissen wir, dass 13 Männer dabei gestorben sind, aber wir wissen nicht, ob sie mit von Bord genommen wurden.“ Die „Karlsruhe“ könnte also auch ein Schiffsgrab sein. Der Forscher hofft, dass man mit dem Fund mehr über die Geschehnisse im April 1940 erfährt.

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