09.09.2020 09:29 |

Krawzow im „Playboy“

Paralympics-Star setzt mit Nacktfotos ein Zeichen

Die sehbehinderte Schwimmerin Elena Krawzow hat 2012 bei den Paralympics für Deutschland Silber über 100 Meter Brust gewonnen und wurde zudem dreimal Weltmeisterin. Jetzt hat die 26-Jährige für den „Playboy“ alle Hüllen fallen gelassen - und will mit diesem Nacktshooting ein Zeichen gegen Vorurteile setzen. 

Elena Krawzow möchte mit ihren Aktaufnahmen im „Playboy“ ein Statement gegen die Bevormundung von Frauen und für mehr Zutrauen im Umgang mit körperlich Eingeschränkten setzen. „Ich komme aus einem Land, in dem Frauen noch immer unterdrückt werden. Das habe ich hautnah erlebt. Als Frau hat man dort viele Vorschriften und kaum Mitspracherecht“, sagte die in Kasachstan geborene 26-jährige Schwimm-Weltmeisterin im Interview mit dem Magazin. „Außerdem ist es mir wichtig zu zeigen, dass man alles erreichen kann, wenn man etwas wirklich möchte. Es ist dabei vollkommen egal, was andere sagen. Und ich will mich aufgrund meiner Erkrankung nicht verstecken. Die Menschen sind oft scheu, wenn sie davon erfahren, aber ich möchte, dass man offen auf mich zugeht.“

Seit dem Volksschulalter leidet Krawzow an der degenerativen Netzhauterkrankung namens Makuladystrophie, hat nach eigenen Worten heute nur noch ein Sehvermögen von drei Prozent. „Vor allem in der Pubertät hat mich das schwer getroffen. Ich habe mich unfassbar dafür geschämt, anders zu sein als andere“, berichtete der Paralympics-Star. Heute sei sie „ein sehr glücklicher, zufriedener Mensch und froh darüber, was ich in meinem Leben erreicht habe“.

Trotz ihrer massiven Sehschwäche ist Krawzow als Schwimmerin mehr als erfolgreich, zählt zu ihren größten sportlichen Erfolgen neben ihrem Weltmeistertitel den Silbermedaillen-Gewinn bei den Paralympics 2012 in London - sechs Jahre, nachdem sie überhaupt schwimmen gelernt hatte. „Eigentlich war Wasser nie mein Element“, gestand die Sportlerin nun. „Ich vermute, es war die Herausforderung, die mich angetrieben hat. Als ich die ersten Erfahrungen hatte und auch bei Wettkämpfen dabei war, habe ich das als Chance gesehen. Mir wurde klar, dass mir der Sport neue Wege eröffnen kann.“ 

Ihr nächstes Ziel ist eine Goldmedaille bei den auf 2021 verschobenen Paralympics: „Ich bin sehr motiviert für Tokio im nächsten Jahr“, sagte sie. Auch in weiterer Zukunft möchte sie dem Sport treu bleiben: „Ich kann mir gut vorstellen, meinen Beruf als Physiotherapeutin später einmal im Leistungssport auszuüben.“ Außerdem habe sie „schon vor dem Playboy-Shooting gemerkt, dass ich gerne modeln würde. Vielleicht ergibt sich in dem Bereich ja jetzt noch mehr.“

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