Kinderarzt im Gespräch

„Eigene Hotline 1451 für Kinder wäre hilfreich“

Primar Dr. Martin Henkel warnt davor, Kinder aus Angst vor Corona daheim zu isolieren: „Sie brauchen ihre sozialen Kontakte!“ In der kommenden Erkältungszeit könnte eine eigene Hotline, an die sich Eltern erkrankter Kinder wenden können, hilfreich sein, glauben Henkel sowie die Kinderärzte-Vereinigung ÖGKJ.

„Krone“:Sie warnen, Kindern aus Angst vor Corona ihre sozialen Kontakte wegzunehmen.
Martin Henkel: Erstens sind Kinder nicht die großen Super-Spreader (Verbreiter). Zweitens sind schwer an Covid-19 erkrankte Kinder in Österreich die ganz, ganz große Seltenheit. Von daher kann man das mit einer gewissen Ruhe, aber natürlich auch mit Achtsamkeit betrachten.

„Krone“: Und wenn der Achtsamkeit eine Verkühlung auffällt? Was tun Eltern dann?
Henkel: Ein banaler Schnupfen ist für sich allein kein Hinweis auf eine Covid-Erkrankung. So ein Kind kann grundsätzlich in die Schule geschickt werden. Wenn aber Husten, Fieber, ein reduzierter Allgemeinzustand und gelegentlich auch Durchfall dazukommen, dann geht es schon darum, eine Infektion auszuschließen. Hatte man Kontakt mit jemandem aus einem Cluster? Oder, direkt oder indirekt, mit einem Land mit Reisewarnung? Dann ruft man 1450 an, um gegebenenfalls zu einem Abstrich zu kommen. Da gibt es laut Behörde für Kinder kein Alterslimit nach unten.

„Krone“: Rechnen Sie im Herbst mit einem Ansturm in Ihrer Kinderambulanz?
Henkel: Wir sind als Krankenhaus eigentlich nicht die Erstbefunder, wir sagen nicht: Wenn es fraglich ist, ob es Covid-19 ist, kommen Sie zu uns. Das geht über die Hotline 1450. Wobei eine eigene kinderspezifische Hotline 1451 hilfreich wäre, wenn sie sich organisatorisch einrichten lässt und sich im Herbst die Notwendigkeit wirklich zeigen sollte.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Mittwoch, 23. September 2020
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