07.09.2020 12:14 |

Schädlinge:

Steirische Bauern befürchten Einbußen bei Holunder

Der steirische Obstbau sieht seine Holunder-Anbaugebiete durch einen Schädling, die Kirschessigfliege, bedroht. Agrarkammerpräsident Franz Titschenbacher forderte am Montag Maßnahmen in Forschung und Wissenschaft zur Eindämmung. Trotz guter Ernteerwartung wurden heuer nur vier Millionen Kilogramm geerntet - ein Einbruch von 40 Prozent gegenüber der noch Anfang August geschätzten Menge.

Einzelne Holunderbauern verzeichneten sogar Ernteeinbußen von bis zu 70 Prozent. Der aus Ostasien eingeschleppte Schädling befällt die Holunderbeeren knapp vor der Ernte, sodass die fast erntereifen Beeren dann innerhalb von nur wenigen Tagen abfallen, wie die Landwirtschaftskammer am Montag informierte. „Die Ernte ist trotz monatelangem Arbeitseinsatz für die Kulturpflege und großem finanziellen Aufwand zerstört und verloren“, sagte Manfred Kohlfürst, Obmann der steirischen Erwerbsobstbauern. Aufgrund der Bedrohung durch die Kirschessigfliege könnte die Anbaufläche der rund 350 steirischen Holunderbauern von derzeit 1.000 Hektar erheblich zurückgehen.

Weltmarktführung 
Die Nachfrage nach steirischem Edel-Holunder sei sehr gut, teilte die Kammer mit. Aus den dunklen Beeren werde natürliche Lebensmittelfarbe gewonnen, sie finden auch guten Absatz im Pharmabereich. Die steirischen Holunderbauern hätten sich gemeinsam mit der steirischen Beerenobstgenossenschaft in den vergangenen Jahrzehnten zum Weltmarktführer hochgearbeitet. Titschenbacher bezeichnete es als notwendig, die Ertragseinbußen der Holunderbauern solange abzufedern, bis praxistaugliche Konzepte zum Schutz ihrer Ernte vorhanden seien.

Weiterer Rückgang ohne Ernteschutz
Der professionelle Holunderanbau hat in den 1980er-Jahren in der Steiermark begonnen. Die Steiermark und Ungarn (seit 2010) produzieren als einzige Länder größere Mengen an schwarzem Holunder. Aufgrund der sehr guten Qualität und der Lieferverlässlichkeit konnte sich die Steiermark trotz ungarischer Dumpingpreise als Weltmarktführer behaupten. Vor allem die Kirschessigfliege hat in den vergangenen Jahren zu einem Flächenrückgang von 17 Prozent bzw. 200 Hektar geführt. Für kommendes Jahr wird ein weiterer beträchtlicher Rückgang der Anbaufläche erwartet, sollte ein Ernteschutz nicht verfügbar sein.

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