31.08.2020 06:30 |

Aus 39 Nationen

76.500 Gäste kamen zu den Festspielen

Salzburg zieht Bilanz: 30 Tage Festspiele, 110 Vorstellungen, 76.500 Gäste aus 39 Ländern. Ein leichter positiver Effekt für Gastronomie, Hotellerie und Handel in der Stadt.

„Im Juli hatten die Hotels eine Auslastung von mehr als 50 Prozent. Die Festspiele haben diese im August auf geschätzte 60 Prozent gehoben“, so Herbert Brugger von der Tourismus Salzburg GmbH. Und: „Es gab vorab viel Berichterstattung – positive wie negative. Davon wird Salzburg weiter profitieren. Es gibt keine schlechte Werbung.“ So sieht es auch Helmut Eymannsberger von der Wirtschaftskammer Salzburg: „Das Festival hat gezeigt, was machbar ist. Das wird langfristige Effekte auf die gesamte Wirtschaft haben.“ Bei manch einem Branchenvertreter ist die Stimmung verhaltener. Tenor: Toll, dass die Spiele stattfanden. Sie brachten aber nur einen leichten Effekt. „Ich hatte mehr erwartet. Anfang August gab es einen Anstieg auf rund 70 Prozent Auslastung. Das ist abgeflacht“, sagt Gabriele Leobacher vom Hotel Haus Arenberg. Schnitt im August: rund 50 Prozent Auslastung. Besonders Luxushotels kämpfen mit ausbleibenden internationalen Gästen. Wolfgang Putz vom Hotel Goldener Hirsch: „Wir hatten rund 30 Prozent Auslastung. Im Juli war es schlechter.“

Besonders Gastronomie hatte Festival-Zulauf
Im Restaurant erlebte er einen „tollen“ Impuls durch die Festspiele. Den erkennt auch Gastronomie-Sprecher Ernst Pühringer.

„In der Stadt lagen wir bei bei einem Umsatz von rund 75 Prozent im Vergleich zu 2019. Im Juli waren es noch rund 65 Prozent.“

Und: Es gab auch vereinzelte Ausreißer nach oben: Der Weiherwirt in Leopoldskron machte im August ein leichtes Plus im Vergleich zu 2019. „Zu uns kamen so viele Festspielgäste wie jedes Jahr!“, sagt Chefin Tina Caliskan. Gründe? „Wir haben eine neue Terrasse. Gerade in Coronazeiten ein Faktor.“ Wie sieht es im Handel aus? Auch hier: kein Ansturm, aber ein leichter Festspieleffekt. „Die Gäste haben Tracht für den Jedermann gekauft. Es war aber kein Vergleich zu den Vorjahren. Dafür kamen mehr Österreicher“, so Liane Forstenlechner von Trachten Forstenlechner. Ähnliches Bild beim Juwelier Kruzik: „Wir haben den Festspieleffekt schon gemerkt. Die Kaufkraft und Kauflust der vergangenen Jahre hat aber gefehlt.“

Fakten

Das Festspieljahr in Zahlen

Von den 75.600 Gästen waren 68 Prozent Stammkunden und 32 Prozent Neukunden.

Heuer kamen Besucher aus 39 Nationen. Im Vorjahr reisten Gäste aus 78 Ländern an.

Die Salzburger Festspiele nahmen im Sommer 8,7 Millionen Euro brutto ein. Im Vorjahr waren es rund 32 Millionen Euro brutto.

Die Platzauslastung lag bei 96 Prozent.

Ursprünglich hatten die Festspiele rund 242.000 Karten aufgelegt. Von diesen waren vor Absage des großen Programms 180.000 Tickets verkauft. Das Festival stampfte das Kontingentwegen Corona auf rund 77.000 Karten ein.

43.880 Karten, also 57 Prozent aller Karten, wurden nachträglich individuell personalisiert - der Großteil manuell im Kartenbüro.

Das Festival verkaufte 2588 Jugendkarten an Personen unter 27 Jahren.

Rund 3600 Corona-Test wurden durchgeführt. Die teilen sich auf in 1000 Initialtests am Wohnort der temporären Mitarbeiter und Künstler, 2355 Routine-Testungen der roten Gruppe und 154 Verdachtstests.

Von
Christoph Laible
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