30.08.2020 09:00 |

Betrifft Salzburg

Die Festspiele auf der Bugwelle des Erfolgs

Die Festspiele hatten wahrliches Glück. Das Festhalten an der Jubiläumsausgabe im Corona-Jahr war ein Spiel mit dem Risiko. Die Landespolitik muss nun eine Lehre für die Zukunft aus der geglückten Reaslisierung des Kulturspektakels ziehen. 

Die in diesem Jahr besonders außergewöhnlichen Salzburger Festspiele neigen sich dem Ende zu. Das heimische Feuilleton überschlägt sich im Pathos der Ehrerbietung. Von „segensreich“ ist die Rede, vom „Ergriffensein in tiefster Seele“, von einem „humanistischen Glücksfall“.

Glück hatten die Festspiele nach Stand der Dinge tatsächlich. Wer durch Nebel fährt, kommt auch mit den besten Sicherheitsmaßnahmen ohne Fortuna nicht heil ans Ziel. Am Ende ist alles Spiel.

Dass die Jubiläumsspiele ein wunderbares Ereignis für alle jene waren, die auch Zugang zu diesem Gral haben, steht außer Zweifel. Präsidentin Helga Rabl-Stadler hat Geschichte geschrieben. Und ausgerechnet der eher nicht zum Hasard neigende Landeshauptmann Wilfried Haslauer kann mit zufriedener Erleichterung Carl Amery zitieren: „Risiken sind die Bugwelle des Erfolgs.“

Wie die Festspiele 2021 über die Bühne gehen werden, lässt sich schwer vorhersagen. Wenige verfügen über die übermenschliche Gabe des Bundeskanzlers, prophezeien zu können, dass die Krise im Sommer 2021 mehr oder weniger überstanden sein soll.

Eine Lehre müsste die Landespolitik jedenfalls ziehen: Es ist nicht gesund, dass Wohlstand und die wirtschaftliche Sicherheit Salzburgs, insbesondere der Stadt, von wenigen Faktoren, wie den Festspielen, dem Mateschitz-Imperium und Größen wie Spar, Palfinger & Co. abhängig sind.

Wer rollt endlich jungen, neuen Unternehmern den roten Teppich aus?

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