Ski-Imperium aufgebaut

Josef „Pepi“ Fischer starb mit 90 Jahren

Österreichs Ski-Helden standen und stehen auf „seinen“ Skiern: Josef „Pepi“ Fischer, der Fischer Sports groß gemacht hatte, ist nicht mehr. Der 90-Jährige Industrielle aus Ried im Innkreis, der seinen Lebensabend zumeist am Attersee verbrachte, starb am Mittwoch. Er hinterlässt sein Lebenswerk, das noch immer in Familienbesitz ist.

Kommerzialrat Josef Fischer, der Sohn des Firmengründers und Eigentümer der Fischer Sports GmbH, ist am 26. August im Alter von 90 Jahren gestorben. Auch wenn sich das Lebensbuch von KR Josef Fischer damit für immer geschlossen hat, besteht sein Lebenswerk, die letzte große österreichische Skifirma, zu 100% im Familienbesitz weiter.

Gelernter Tischler
Josef Fischer wurde am 12. September 1929 als drittes Kind des Ehepaars Maria und Josef Fischer in Ried im Innkreis geboren. Nach dem Besuch der Holzfachschule in Hallein, die er mit der Tischler-Gesellenprüfung abschloss, trat Josef Fischer 1949 in den elterlichen Betrieb ein. Diesen verließ er jedoch im selben Jahr mit dem Ziel, die Welthandelsschule in Wien zu besuchen. Nach erfolgreichem Abschluss kehrte Josef Fischer Junior 1951 wieder in das Unternehmen zurück.

Chef mit kaum 30 Jahren
Nach dem Tod des Vaters übernahm Josef Fischer 1959, mit nicht einmal 30 Jahren, gemeinsam mit seiner Schwester, die Führung des Unternehmens. Dank seiner zukunftsweisenden Ideen erfand der Visionär das Wintersportgerät Ski immer wieder neu. Er hatte nicht nur innovative Ideen in allen Bereichen der Produktion und Vermarktung, sondern auch engagierte Mitarbeiter, die im halfen, seine Visionen umzusetzen. Unter seiner Leitung wuchs das Unternehmen schnell zur größten und modernsten Skifabrik der Welt, sowie zum technologischen Vorreiter der Skiindustrie heran.

Firma übernommen
Im Juli 1973 übernahm Josef Fischer den Rieder Strumpf- und Strickwarenerzeuger Löffler. Die Herstellung von Strickwaren wurde in die Produktion qualitativ hochwertiger und funktioneller Sportbekleidung umgewandelt und Löffler damit zu einem wichtigen Bestandteil der Fischer-Gruppe.

Rückzug im Jahr 1990
1990 zog sich der erfolgreiche Geschäftsmann aus dem operativen Tagesgeschäft zurück, blieb aber bis 2003 Aufsichtsratsvorsitzender. 2007 verabschiedete er sich endgültig in die Pension, indem er auch als einfaches Mitglied des Aufsichtsrats zurücktrat, blieb allerdings seiner Firma stets tief verbunden.

Zahlreiche Auszeichnungen
Im Laufe seines geschäftlichen Werdegangs wurde Josef Fischer 1971 der Titel „Kommerzialrat“ verliehen. Es folgen das Verdienstkreuz der Stadt Wien, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Ried, der „Pegasus in Kristall“ für sein unternehmerisches Lebenswerk, das Verdienstkreuz in Gold des Landes Oberösterreich und das Verdienstkreuz in Silber der Republik Österreich. Im Anschluss an seine aktive Zeit als Präsident, wurde er zum Ehrenpräsidenten des VSSÖ, dem Verband der Sportartikelerzeuger und -ausrüster Österreichs ernannt und darüber hinaus zum Oberösterreicher des Jahrhunderts gekürt.

Von Klammer bis Zimmermann
Seine Passion und Liebe zum Skisport begleiteten KR Josef Fischer durch sein gesamtes Leben. Viele Weltstars, angefangen vom österreichischen Ski-Helden Franz Klammer bis hin zum norwegischen Langlaufkönig Björn Dæhlie, waren mit „Pepi“ Fischer, wie ihn seine Freunde nannten, und seiner Marke untrennbar verbunden. In einem Interview anlässlich seines 70. Geburtstags nannte KR Josef Fischer bezeichnenderweise den Sieg von Egon Zimmermann bei den Olympischen Spielen 1964 in Innsbruck als sein schönstes Erlebnis.

Lebenswerk weiterführen
„Wir verlieren mit Josef Fischer einen Menschen, der den Skisport nicht nur geliebt, sondern mit seinem Pioniergeist, seinen Innovationen und Ideen über Jahrzehnte geprägt hat. Seine Passion für diesen Sport war unbeschreiblich groß und dieser Geist ist bis heute fest in den Grundfesten der Firma verankert,“ so Franz Föttinger, CEO von Fischer Sports. „Seine Visionen und sein Unternehmergeist haben die Firma zu dem gemacht, was sie heute ist. Es ist beruhigend für alle Mitarbeiter, dass auch nach seinem Tod durch die gegebene Struktur mit einer Firmenholding, welche durch die beiden Familienstiftungen gehalten wird, entsprechende Stabilität gegeben ist. Wir werden alles daran setzen sein Lebenswerk, die letzte große österreichische Skifirma, in seinem Sinne weiterzuführen.“

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