27.08.2020 09:30 |

Mordversuch in Hallein

Sieben Jahre Haft nach Messerstich

Der verurteilte Halleiner (21) hoffte auf eine „deutliche Reduktion“ der Strafe, sein Anwalt argumentierte mit einem „Gesinnungswandel“. Ohne Wirkung für den Richter-Senat des Oberlandesgerichtes Linz: Die sieben-jährige Freiheitsstrafe nach einer Messerattacke im Februar 2019 auf der Halleiner Pernerinsel bleibt.

Der Österreicher mit albanischen Wurzeln wuchs unter familiären Schwierigkeiten auf, ein Todesfall setzte ihm zudem stark zu, hieß es in einem Bericht der Bewährungshilfe: Der 21-Jährige aber „hält sich gut an die Vorgaben in der Justizanstalt und strebt eine Berufsausbildung zum Kfz-Mechaniker an“. Diesen „positiven Gesinnungswandel“ hob Verteidiger Hansjörg Reiner beim Berufungsprozess in Salzburg hervor und plädierte für eine Reduktion der Haftstrafe.

Staatsanwalt Robert Holzleitner sprach sich dagegen aus. Und Opfer-Anwalt Stefan Launsky vom Weißen Ring unterstrich: „Es war nicht einmal die Halbstrafe, trotz der vielen Vorstrafen.“ Außerdem habe das Opfer eine lebensgefährliche Verletzung erlitten und leide in Form einer posttraumatischen Belastungsstörung nach wie vor an den Folgen der Tat.

Damals, am 27. Februar 2019, gerieten der Halleiner und das Opfer, ein Somalier, bei der Pernerinsel in Hallein in Streit. Dabei stach der Kriminelle seinem Opfer in die linke Brust. Ende Jänner wertete dies ein Geschworenengericht als Mordversuch – sieben Jahre Haft verkündete die Richterin damals.

„Die Strafe bleibt gleich“, bestätigte die Vorsitzende Monika Gföllner. Vor allem, da sich „Streitereien, in denen Messer involviert sind, in letzter Zeit häufen“. Der Senat sah aber vom Widerruf einer bedingt nachgesehenen Strafe ab - bedeutet acht Monate weniger Haft. Zudem muss er nur 3000 statt 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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