20.08.2020 18:00 |

Pilotprojekt in Schwaz

„Smarte“ Mistkübel sparten 720 Arbeitsstunden

90 öffentliche Papierkörbe stattete die Stadt Schwaz in Kooperation mit DAKA und dem Start-Up „füll.es“ im Vorjahr mit einem Sensor aus, der den Füllstand misst. Seit Projektbeginn konnten so 720 Arbeitsstunden und 4500 Fahrkilometer eingespart werden. In Zukunft könnten auch Sammelinseln „vernetzt“ werden.

Etwas über 300 Müllkübel sind im gesamten Gebiet der Stadt Schwaz verteilt. Doch vor allem am Stadtrand füllen sich die Papierkörbe nur sporadisch - das bedeutete viele unnötige Fahrten für den Bauhofmitarbeiter Robert Fankhauser. Daher schloss sich die Stadt vor etwa einem Jahr mit dem örtlichen Entsorgungsunternehmen DAKA und dem Start-Up „füll.es“ zusammen.

Im Zuge eines Pilotprojektes wurden 90 Mülltonnen mit High-Tech-Sensoren ausgestattet, die den Füllstand messen können. Auf einem Tablet sehen die Mitarbeiter, ob eine Entleerung notwendig ist. Die Kosten machen jährlich etwa 10.000 Euro aus.

Ausweitung angedacht
Matthias Zitterbart von DAKA zeigt sich ein Jahr später erfreut: „Vor allem entlegene Gebiete wurden im vergangenen Jahr um 40 Prozent weniger angefahren.“ Fankhauser spart sich so 720 Arbeitsstunden sowie 4500 Fahrkilometer und kann sich in dieser Zeit auf den innerstädtischen Bereich konzentrieren. Weniger Fahrten bedeuten zudem weniger CO2-Emissionen, Verkehr und auch Lärm.

Der Schwazer Umweltreferent, NR Hermann Weratschnig (Grüne), zieht eine Ausweitung des Netzwerkes in Betracht: „Das System hat Zukunft, etwa auch im Bereich der Sammelinseln. Um Überfüllung zu vermeiden, könnten auch dort Sensoren eingesetzt werden.“

Zusätzliche Messwerte
Der Füllstand ist nicht das einzige, was vom Sensor gemessen wird. Auch Temperatur und Netzabdeckung werden vom Gerät erfasst. Martin Lierschof von „füll.es“ erkennt darin ein hohes Zukunftspotenzial: „Diese Daten können für die Planung der Stadtentwicklung ein wesentlicher Faktor sein.“ Zudem wird festgestellt, wo noch Bedarf an weiteren Müllkübeln ist und welche vielleicht überhaupt nicht mehr gebraucht werden.

Zitat Icon

Die Messung der Signalstärke und Temperatur kann in Zukunft bei der Stadtplanung helfen. Das ist nicht nur ein Papierkorb, es ist die Zukunft.

Martin Lierschof von „füll.es“

Das Projekt befindet sich noch für zwei Jahre in der Testphase – diese zeigte bisher auch Verbesserungspotenzial auf. So wird ein Papierkorb etwa bei einer feststeckenden Plastikflasche bereits als „voll“ gemeldet. Auch werden im Tablet-System noch keine ausgetauschten oder entfernten Müllkübel registriert.

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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