14.08.2020 07:00 |

Bauverbote gefordert

Allianz fordert: Mehr Schutz für das Grünland

6000 Quadratmeter werden in Salzburg pro Tag verbaut. „Ein absolutes Bauverbot für fruchtbare Böden“ fordert die Allianz „Stoppt Bodenvernichtung“ von der Landespolitik.

„Wir dürfen uns hier nicht von der Politik etwas erwarten, wir müssen fordern. Es muss doch auch Politikern auffallen, was hier passiert“, sagt „Jedermann“ Tobias Moretti. Der Schauspieler und Biobauer ist empört: Österreichweit werden täglich stolze 13 Hektar verbaut, in Salzburg im Schnitt 6000 Quadratmeter – viel dieser Fläche geht für Gewerbe und Industrie drauf.

„Durch den enormen Verbrauch gefährden wir nicht nur die Lebensmittelsicherheit und Schönheit des Tourimuslandes. Durch die versiegelten Böden fehlen CO2-Speicher und Überschwemmungsschäden nehmen zu“, sagt der Chef der Österreichischen Hagelversicherung Kurt Weinberger, der mit Moretti und Star-Dirigent Franz Welser-Möst in der Allianz „Stoppt Bodenvernichtung“ kämpft.

„Land nicht unter Glasglocke stellen“
Die Vereinigung tritt nicht nur für strengere Flächenwidmungsplanänderungen ein. Auch ein „absolutes Bauverbot für besonders fruchtbare Böden“ hat die Allianz auf der Agenda. Der zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) kann sich den Verbotsvorschlag für Teile der rund 195.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen nicht ganz vorstellen. „Salzburg ist eine prosperierende Gegend, das würde zu weitgehen. Wir können das Land nicht unter eine große Glasglocke geben“, erklärt der Raumordnungslandesrat.

Umweltprüfung statt Bauverbot favorisiert
Die Umweltprüfungen im Rahmen der Erstellung der Räumlichen Entwicklungskonzepte „tragen dem Gedanken aber gut Rechnung“. „Sachverständige bewerten dabei die Böden nach landwirtschaftlichen Gesichtspunkten, die gewonnenen Erkenntnisse fließen ein“, so Schwaiger.

Dass, wie berichtet, tagtäglich 6000 Quadratmeter Boden in Salzburg verbraucht werden, will der Landesrat nicht gelten lassen – die Zahl der Umwidmungen sei in den letzten Jahren stark zurückgegangen, im vergangenen Jahr waren es rund 350 Widmungen. Oder anders ausgedrückt: 46,2 Hektar insgesamt. Sein neuer Ansatz: Eigene Flugbildaufnahmen, die derzeit über Salzburg für das Jahr 2019 angefertigt werden – erste Vergleiche zum Bodenverbrauch sind mit der Methode allerdings erst ab dem Jahr 2021 möglich.

 Salzburg-Krone
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