14.08.2020 10:00 |

Machtwort gesprochen

Abruptes Ende im brisanten FPÖ-Wohnungsdeal

Der „Krone“-Bericht über den geplanten „blauen Sozialwohnungsdeal“ in Kufstein hat Wellen geschlagen. So heftige, dass er bereits geplatzt ist. Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel legte sich erfolgreich quer. Tirols FPÖ versucht indes, mittels fadenscheiniger Aussagen mit einem „blauen Auge“ davonzukommen.

Wie berichtet, liegt der „Krone“ ein Mail vor, in dem die Mutter des FPÖ-Landtagsabgeordneten Christofer Ranzmaier die Forderung aufstellt, erst dann aus ihrer jetzigen Wohnung in der Südtirolersiedlung in Kufstein zur Absiedelung bereit zu sein, wenn ihr Sohnemann in der neuen Siedlung der Neuen Heimat Tirol eine Sozialwohnung bekommt.

Nicht nur in der Bevölkerung herrscht ob so viel blauer Unverschämtheit - als Landtagsabgeordneter verdient Ranzmaier knapp 7000 Euro Brutto - Kopfschütteln.

Bürgermeister ebenfalls fassungslos
Auch Kufsteins Bürgermeister Krumschnabl ist fassungslos. In einem Mail - das der „Krone“ auch vorliegt - schrieb er an die projektzuständige Neue Heimat Tirol: „Ich bin über den Vorschlag von Frau Ranzmaier schockiert und teile Ihnen nach Rücksprache mit den beiden Vizebügermeistern mit, dass von unserer Seite her diese Vorgangsweise unter keinen Umständen hingenommen werden kann.“

Er könne sich eine derartige Zustimmung zum Nachteil der Bevölkerung in keinem politischen Gremium der Stadt Kufstein vorstellen.

Machtwort gegen Deal
Krumschnabels klare Ansage dürfte den Ausschlag gegeben haben, dass der „blaue Sozialwohnungsdeal“ Geschichte ist und somit nicht kommen wird. Die Neue Heimat Tirol wies am Donnerstag in einem kurzen Mail darauf hin, dass die Vergabe von NHT-Wohnungen ausschließlich über die Gemeinde erfolge. Nach einer internen Beratung sei der Bedingung der Antragstellerin nicht stattgegeben worden.

FPÖ gibt sich verwundert
„Daraufhin hat die Betroffene am Montag, 10. August, ihre Forderung gegenüber der NHT zurückgezogen“, heißt es. Und die FPÖ? Die Partei der kleinen Leute zeigte sich am Donnerstag zunächst verwundert über den „Krone“-Bericht, gab sich unschuldig wie ein Lamm, sah die journalistische Sorgfalt nicht eingehalten und betonte, dass Ranzmaier nicht in die Pläne seiner Mutter eingeweiht gewesen war. Wie heißt es so schön: „Nichtwissen schützt vor Strafe nicht!“

Claus Meinert, Kronen Zeitung
Hubert Berger, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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