16.08.2020 05:00 |

Knalltrauma

„Plötzlich hörte ich ein Surren im rechten Ohr“

Ein 27-jähriger Niederösterreicher erzählt, wie es bei ihm dazu kommen konnte und welche Therapien ihm geholfen haben.

Den 6. Juli 2020 wird unser Online-Fachmann Mag. Wolfgang Altermann aus Niederösterreich so schnell nicht vergessen. Während des Schießens war der Gehörschutz des ausgebildeten Jägers unbemerkt verrutscht. „Plötzlich spürte ich ein Stechen im rechten Ohr und hörte ein lautes Surren“, so der 27-Jährige. Gleichzeitig machte sich ein dumpfes, „wattiges“ Gefühl breit, „als ob ich auf einmal drei dicke Wollhauben aufgesetzt hätte.“ Anfangs dachte er noch, die Symptome würden sich bald bessern. Nach einigen Stunden fuhr er dann doch zur Abklärung in ein Spital. Die Diagnose lautete „Knalltrauma“. Eine Behandlung müsse nicht zwangsläufig erfolgen, erklärte man ihm. Zur Sicherheit suchte der Patient zwei Tage später auch seinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Klaus Scheyer auf, bei dem er schon etliche Male wegen anderer Beschwerden in Behandlung war.

Im Rahmen einer eingehenden Durchuntersuchung mit Hörprüfung bestätigte Dr. Scheyer die Vermutungsdiagnose aus dem Krankenhaus. Der Arzt erklärt, was aus medizinischer Sicht passiert ist: „Durch den Schuss kam es im Millisekundenbereich zu einem sehr hohen Schalldruck auf das Ohr und in weiterer Folge zu einer Schädigung des Innenohres.“ Die klassischen Begleitsymptome einer derartigen Verletzung wie Hörverlust, Tinnitus (Ohrgeräusche) und Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) deckten sich mit den Beschwerden von Wolfgang Altermann. „Ich verordnete durchblutungsfördernde Medikamente zum Schlucken sowie eine durchblutungsfördernde Infusionstherapie. Die ersten fünf Infusionen enthielten zusätzlich Cortison und Vitamin B“, erklärt der Experte. Begleitend wurde eine physikalische Therapie mit Softlaserakupunktur und eine Kurzwellenbestrahlung durchgeführt. Wie hat sein Patient die Behandlungen erlebt? „Ambulant eine Infusion zu bekommen, die etwa eine Stunde dauert, war anfangs etwas unangenehm, aber ab dem zweiten Mal eigentlich schon Routine. Die Akupunktur und die Bestrahlungen empfand ich sogar als angenehm“, schildert unser Kollege, der auch als Lehrer tätig ist.

Zusätzlich riet ihm sein Arzt zu speziellen Diät- und Verhaltensmaßnahmen: Auf Alkohol und Koffein weitgehend verzichten, dafür aber viel Wasser und Kräutertee trinken. Verboten waren auch stark gewürzte Speisen. „Denn all diese Maßnahmen entziehen dem Körper Wasser, was den Heilungserfolg beeinträchtigen würde“, erklärt Dr. Scheyer. Daher auch kein schweißtreibender Sport! Seit Therapiebeginn wurden die Geräusche im rechten Ohr von Tag zu Tag leiser, lediglich bei Stress trat ab und zu noch ein leichtes Surren auf. „Der abschließende Hörtest nach dem Behandlungszyklus ergab schließlich, dass keine Hörminderung mehr vorliegt“, so Dr. Scheyer. Der 27-Jährige gilt als geheilt.

Lediglich das „wattige“ Gefühl im betroffenen Ohr ist noch geblieben, berichtet der Hobbysportler.„Das wird sich innerhalb der nächsten Zeit geben“, beruhigt der HNO-Arzt, der rät, das durchblutungsfördernde Medikament für einen Monat weiter in reduzierter Dosis einzunehmen. Eine letzte Kontrolle ist dann für Anfang Oktober vorgesehen. Wolfgang Altermann: „Das nächste Mal werde ich meinen Gehörschutz doppelt und dreifach kontrollieren.“

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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