09.08.2020 15:30 |

Archivschätze

Hochwasserfotos von 1959: „Eine ganz andere Zeit“

Robert Pamminger erlebte als Floriani-Chef jedes Hochwasser seit 1955 in Bischofshofen mit. Für die „Krone“ blickt der 82-Jährige zurück: „Es war viel Handarbeit gefragt.“

Der Ortsfeuerwehrkommandant Hartmut Wetteskind (44) weiß: „Hochwasser standen damals an der Tagesordnung in Bischofshofen.“ Nach dem Starkregen am Sonntag und am Montag stieß Wetteskind zufällig beim Durchforsten des Archivs der Floriani-Jünger auf historische Aufnahmen aus einer Zeit vor Schutzdämmen, Verbauungen oder anderen Regulationsmaßnahmen.

Mit seinem Vorgänger Robert Pamminger (82) holte Wetteskind die Archivschätze aus der Sammlung der Freiwilligen Feuerwehr für die „Krone“ hervor.

„Bischofshofen war immer ein sehr konzentriertes Hochwassergebiet“, stimmt ihm Bamminger zu. Der gelernte Sattler hat 49 Jahre als Floriani – zehn davon als Ortsfeuerwehrkommandant – in der zweitgrößten Stadt des Pongaus am Buckel. „Es war stets eine ähnliche Situation. Die Neue-Heimat-Siedlung war damals immer überschwemmt, auch die Bundesstraße oder viele andere Ortsteile“, erinnert sich Pamminger zurück. „Das war früher eine ganz andere Zeit“, unterstreicht der Pensionist.

Holzbrücken-Rettung trotz aller Gefahren
In Pammingers Ära stellten speziell die damals üblichen Holzbrücken ein Risiko dar. „Wenn sich Äste dort verklaust haben, war das gefährlich. Es bestand die Gefahr, dass die Brücken weggerissen werden. Die haben ja nichts ausgehalten“, erzählt Pamminger. Besonders in Erinnerung geblieben ist dem 82-Jährigen auch das Jahr 1977: „Damals seilte sich ein Kamerad von uns von der Moßhammerbrücke ab und zersägte einen Baum, um eine Stauung der Salzach zu verhindern. Der Stamm hatte sich zwischen den Brückenpfeilern verkeilt.“

„Viel Handarbeit“, so Pamminger, sei damals bei den Einsätzen im überschwemmten Bischofshofen „gefragt gewesen“.

Erst mit dem Bau der Kraftwerksstufen in St. Johann und Bischofshofen ab 1982 besserte sich die Situation laut Pamminger. „Auch die Verbauungen haben dazu beigetragen, dass es fast nicht mehr zu Hochwasser bei uns gekommen ist“, betont Wetteskind.

Seit 2002 investierten Land und die Wildbach- und Lawinenverbauung insgesamt 688 Millionen Euro in Schutzprojekte. Situationen wie zu Pammingers Zeiten seien heute nahezu undenkbar, sind sich beide einig. „Wir lachen heutzutage über Bilder von damals“, sagt der 44-Jährige. Pamminger fügt hinzu: „Aber es ist ein zufriedenes Lachen.“

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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