09.08.2020 08:45 |

Fachkräfte-Mangel

„Gute sind in der Virus-Krise kaum zu bekommen“

Viele offene Stellen, aber nur wenig Bewerber: Salzburgs Handwerksbetriebe trifft der Fachkräftemangel inmitten der Krise hart – exakt 1252 offene Stellen waren alleine Ende Juli gemeldet, bei gleichzeitig 17.909 Arbeitslosen. „Corona hat die Mangel-Situation nicht geändert“, sagt etwa Metallbauer Josef Mitteregger.

Metallbau-Profi Josef Mitteregger kennt es nur zu gut: volle Auftragsbücher, viele Anfragen – trotz der Krise. Aber: Keine Spur von den beiden Metallbautechnikern, die der Pinzgauer als Verstärkung für sein 24-köpfiges Team sucht.

„Die Guten sind kaum zu bekommen, selbst mit guter Zahlung und großem Ausbildungsangebot“, sagt Mitteregger, der 2016 gemeinsam mit Robert Aberger die Pinzgauer Stahl- und Metallbau GmbH in Bruck gründete. Allein sind sie mit diesem Problem nicht: Ende Juli waren beim AMS Salzburg exakt 1252 offene Stellen in Handwerksberufen gemeldet – nur 171 weniger als im Juli 2019.

Chronisches Defizit löst Kettenreaktion aus
Das hat teils schwerwiegende Folgen für die Handwerksbetriebe, nach Lockdown und herben Umsatzeinbußen. „Der Mangel ist eine Kettenreaktion geworden, die sich von der Planung bis zur Fertigstellung zieht. Oft bekommen wir mangels Fachpersonal fehlerhafte Angaben, wodurch wir die Aufträge teils dreimal neuplanen müssen“, berichtet Mitteregger .

Ähnlich sieht es auch der der Tamsweger Werbetechniker Gerald Bogensperger, der drei Schilderhersteller sucht: „Es wird zu wenig ausgebildet.“ Nachsatz: „Es verwundert aber, dass bei dem Arbeitslosen-Hoch so wenige Bewerbungen kommen und nur wenige vom AMS vermittelt werden.“

AMS-Chefin Jacqueline Beyer meint dazu: „Die Anforderungsprofile stimmen oft nicht überein. Und teils schreiben die Betriebe die Jobs nicht aus“, so Beyer, die künftig mehr auf Schulungsangebote setzen will.

Von
Verena Seebacher
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