08.09.2004 10:16 |

Schlaf-Apnoe

Lebensgefährliche Atemaussetzer im Schlaf

Krankhafte Atemaussetzer während des Schlafs machen Menschen so müde, dass sie rund 2,5 Mal mehr Unfälle verursachen als Gesunde. Die so genannte Schlaf-Apnoe spielt bei jährlich rund 810.000 Verkehrsunfällen mit 1400 Todesopfern in den USA eine Rolle.
Diese Zahlen nannten amerikanische Wissenschaftleram Dienstag auf dem 14. Jahreskongress der European RespiratorySociety im schottischen Glasgow. 567.000 dieser Unfälle und980 der Todesopfer könnten vermieden werden, wenn die Betroffenenbehandelt würden.
 
In Deutschland haben nach Angaben der DeutschenGesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)rund 800 000 Menschen eine behandlungsbedürftige Schlaf-Apnoe,in der Mehrzahl Männer im Alter von 30 bis 70 Jahren. DieErkrankung macht sich oft durch Schnarchen bemerkbar.
 
Insgesamt leiden an Schlaf-Apnoe und anderen zumTeil gefährlichen Schlafstörungen in Deutschland nachDGSM-Angaben mehr als acht Millionen Menschen. Rund fünfMillionen von ihnen seien von behandlungsbedürftiger Schlaflosigkeitbetroffen. Jeder vierte Unfall in Verkehr und Haushalt gehe inDeutschland auf krankhafte Tagesschläfrigkeit zurück.
 
13 Milliarden Euro Kosten
In den USA kosten die allein durch Schlaf-Apnoe verursachtenKollisionen der US-Studie zufolge jährlich umgerechnet rund13 Milliarden Euro. Rund die Hälfte könne gespart werden,wenn die Betroffenen nachts mit Hilfe einer Atemmaske beatmetwürden. Die Kosten für die Behandlung seien darin schoneingerechnet, berichteten Alex Sassani und Terence Davidson vonder Universität von Kalifornien in San Diego.
 
Nach einer weiteren in Glasgow vorgestellten Studiehaben mehr als die Hälfte der untersuchten polnischen Berufs-KraftfahrerAtemaussetzer im Schlaf. Pro Stunde Schlaf machen diese Menschenzehn oder mehr Atempausen, berichteten polnische Wissenschaftler.Fast zwei Drittel der befragten Fahrer mit Schlaf-Apnoe gabendemnach zu, regelmäßig am Steuer einzuschlafen.
Donnerstag, 06. Mai 2021
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