07.08.2020 07:00 |

Ab September

1600 Schüler stürmen die Sommerschule in Salzburg

Für 1600 Salzburger Schüler enden die Ferien heuer zwei Wochen früher. Der Bedarf der Eltern ist groß, es gibt aber wenig Personal.

„Für mich war klar, dass wir an meiner Schule Kinder mit Bedarf fördern„, berichtet Gabriele Schwarz, Direktorin der Musik-Mittelschule in Zell am See. Der Andrang ist groß: 100 Schüler aus 22 umliegenden Schulen sind für die Sommerschule angemeldet. Die NMS ist eine von 41 Salzburger Schulen, in denen von 31. August bis 11. September rund 1600 Schüler freiwillig und kostenlos gefördert werden.

130 Pädagogen, 151 Lehramtsstudenten und 13 “Buddies„ - leistungsstarke Schüler, die als “Hilfslehrer„ mitanpacken - haben sich freiwillig gemeldet. Die Lehrer bekommen die Zeit wie Überstunden ausbezahlt, die Studenten erhalten vom Land entweder eine Öffi-Jahresnetzkarte oder 320 € als generelle Aufwandsentschädigung pro Woche.

Zu kurze Planungszeit forderte die Direktoren

Mittlerweile steht das Konzept der Sommerschule. Vor einigen Wochen sah das anders aus: „Die ersten Anmeldungen trudelten ein, bevor es überhaupt eine Struktur gab“, schildert Schwarz. Es fehlte an klaren Gehaltsangaben für Lehrer und Studenten, inhaltlichen Richtlinien sowie genügend Personal. „Das Hin und Her bei der Bezahlung sowie die ständig wechselnden Bedingungen veranlassten viele Lehrer dazu, nicht an der Sommerschule zu unterrichten “, so Katharina Moltinger, Volksschullehrerin in Hallein. An ihrer eigenen Schule meldete sich niemand freiwillig.

Nur wenig Lehrer im Pongau und Pinzgau

Die vielen offenen Fragen dürften auch der Grund gewesen sein, warum die Rekrutierung von Lehrern im ganzen Bundesland schwierig war. Vergangene Woche fehlten immer noch sechs Lehrkräfte. Besonders betroffen sind die Bezirke Pongau und Pinzgau.

Anders sieht es in der Stadt Salzburg aus. Einen Lehrermangel gibt es an der Volksschule in Lehen 1 und 2 nicht: „Vor allem bei den Junglehrern war die Bereitschaft groß“, erzählt Direktorin Sylvia Wallinger. Zehn Lehrer übernehmen hier ab September gemeinsam mit drei Studenten den Unterricht von 112 Schülern.

„Modell der Zukunft“

Für Wallinger hat das Konzept der Sommerschule Potenzial. “Kinder gezielt zu fördern, ist bestimmt ein Modell der Zukunft, auch wenn das Ganze jetzt noch ein Experiment ist. Man sollte die Förderung aber auch auf andere Fächer wie etwa Mathematik ausweiten„, ist die Direktorin überzeugt. Von 8 bis 10 Uhr unterrichten die Lehrer in Lehen Deutsch, danach steht Yoga, Kochen und Trommeln am Stundenplan. “Wir wollen den Kindern zeigen, dass Sprache nicht nur aus Grammatikregeln besteht. Sprache ist überall in unserem Alltag."

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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