06.08.2020 16:19 |

Stau-Management

Zentrale Stelle wird Salzburgs Verkehr leiten

Um schneller und besser auf den Verkehr reagieren zu können, bekommt das Land Salzburg noch vor dem nächsten Sommer eine Verkehrsleitzentrale. Kernaufgabe wird das Staumanagement auf der Tauernautobahn (A10) samt Abfahrtssperren sein. Darauf haben sich Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) und sein Parteikollege Magnus Brunner, Staatssekretär im Klimaschutz- und Verkehrsministerium, am Donnerstag nach einem Treffen in Salzburg verständigt.

In Zukunft sollen Vertreter von Asfinag, Polizei und dem Land gemeinsam den Verkehr beobachten und je nach Verkehrsaufkommen über geeignete Steuerungsmaßnahmen entscheiden. Das alles soll von einer zentralen Stelle im Land Salzburg passieren. So will man etwa rasch auf Staus oder Unfälle reagieren können. Denn auch wenn es im Corona-Sommer zunächst nicht danach aussah: Auf der A10 mussten angesichts des starken Reiseverkehrs Richtung Süden zuletzt wieder die Abfahrtssperren aktiviert werden.

Die Maßnahme richtet sich gegen den Ausweichverkehr bei großen Staus. Touristen sollen auf der Autobahn gehalten werden, um lärm- und abgasgeplagte Anrainergemeinden zu entlasten. Im Vorjahr waren im Hochsommer an den Wochenenden erstmals einzelne Abfahrten der Tauernautobahn entweder komplett gesperrt worden oder blieben nur für den Ziel- und Quellverkehr offen.

Allerdings sind die Kompetenzen unterschiedlich verteilt. Die Zuständigkeit für die Autobahnen liegt beim Verkehrsministerium, die für die Landesstraßen beim Land. Die Landesverkehrsabteilung der Polizei ist Landesbehörde, die Autobahnpolizei Bundessache. Das ermöglicht nicht immer eine schnelle Kommunikation und Reaktion.

Wie Staatssekretär Brunner am Donnerstag sagte, unterstütze er die neue Leitzentrale „zu 100 Prozent“. Das Land wird dabei die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen. Die Suche nach Räumlichkeiten verlief zuletzt offenbar schon vielversprechend. Das Personal soll dann von den jeweiligen Institutionen gestellt werden.

„Wir müssen uns auch für den geplanten Ausbau der deutschen Autobahn A8 wappnen“, sagte Verkehrslandesrat Schnöll. Wird der Abschnitt zwischen Rosenheim und Salzburg dreispurig ausgebaut, sei mit einer Zunahme des Verkehrs zu rechnen. Zugleich will der Verkehrslandesrat in Zukunft noch stärker auf einen privaten Wachdienst setzen, der die Polizei bei der Kontrolle der Abfahrtsverbote unterstützt. Die Kosten von derzeit rund 70.000 Euro pro Sommer seien gut investiert, weil die Lebensqualität der Anrainer steige.

 Salzburg-Krone
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