Corinna Antelmann:

„Die verregneten Ferientage kenne ich gut“

„Am 13. Tag spüre ich es plötzlich, das Haus bewegt sich, hebt ab, schwimmt“, erzählt Corinna Antelmann in ihrem Kinderbuch „Urlaub ahoi“ mit Illustrationen von Nadine Kappacher (Tyrolia, 16,90 €). Die Autorin aus Bremen lebt in Ottensheim. Sie macht einen verregneten Ferientag zu einem echten Traumtag. Ihr Roman „Hinter die Zeit“ (Septime, 22,50 €) führt an die Grenze zu Südböhmen.

„Krone“: Wo machen Sie Urlaub?
Corinna Antelmann: Den Hauptteil verbringe ich zu Hause. Das freut mich sehr, da ich im Laufe des Jahres ohnehin viel unterwegs bin. Ich springe morgens in die Donau, dann schreibe ich, hinterher verbringe ich mit meinen Kindern Zeit. So einfach, so gut.

„Krone“: Ihr Kinderbuch „Urlaub ahoi“ hat einen Urlaub zu Hause als Thema. Was ist das Besondere?
Corinna Antelmann: Es transportiert die Freude, verregnete Ferientage, die ich gut aus meiner eigenen Kindheit kenne, als das wahrzunehmen, was sie eben auch sind: die Möglichkeit, zu träumen.

„Krone“: Welche Stelle lieben Sie besonders in dem Buch?
Corinna Antelmann: „Am dreizehnten Tag spüre ich es plötzlich. Das Haus bewegt sich, hebt ab, schwimmt.“ Jaaa! Es kann losgehen!

„Krone“: Sie haben sich im Buch „Hinter die Zeit“, ein Roman für Erwachsene, mit der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung in Böhmen auseinandergesetzt. Wie kommen Sie auf diesen Stoff?
Corinna Antelmann: Die Geschichte meiner eigenen Familie ist die Geschichte einer Flucht: Meine Großeltern flohen mit meinen Eltern aus Schlesien, bei minus 25 Grad kamen sie als Kinder bis kurz vor die tschechische Grenze. Jahrzehnte später beschäftigte ich mich mit den Folgen dieser Flucht, die weit bis in meine Generation hineinwirken: ungreifbar, unbegreiflich auch. Ein diffuser Schmerz, über die Generationen weitergetragen.

„Krone“: Was glauben Sie, ist in Ihnen in dem Buch gelungen?
Corinna Antelmann: Den Zusammenhang von Gestern und Heute zu zeigen. Und den Themen Flucht und Vertreibung als historische Ereignisse die Relevanz für unsere Gegenwart zu geben.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Sonntag, 11. April 2021
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