28.07.2020 06:00 |

„Krone“-Kommentar

„Zack, zack, zack“ zum echten Wiener

Es sind schon skurrile Fragen, mit der die Kleinpartei Wandel derzeit den Wiener Wahlkampf befeuert. Ist Heinz-Christian Strache ein illegaler Wien-Einwanderer? Ein Scheinasylant, der eigentlich aus der Bundeshauptstadt abgeschoben werden sollte? Hat der Spitzenkandidat der Liste Team HC Strache gegen das Meldegesetz verstoßen, weil er zwar in Wien gemeldet ist, aber eigentlich in Klosterneuburg wohnt?

Bis in die Siebzigerjahre galt ja noch als „echter Wiener“, wer eine böhmische, ungarische oder jüdische Großmutter hatte. Heute zählt nicht mehr der Schmäh, sondern der Lebensmittelpunkt. Nur wer in Wien gemeldet ist und auch hier lebt, darf wählen oder gewählt werden. Blöd, dass ausgerechnet Straches Mutter bei einer Hausdurchsuchung angab, ihr Sohn wohne schon „seit mindestens 19 Jahren“ nicht mehr da. Für das eingeleitete Verfahren wird der ehemalige FPÖ-Chef stichhaltigere Nachweise brauchen als die Fotos, die er jetzt von sich „mit lieben Nachbarn“ aus Wien-Landstraße, „meinem Heimatbezirk“, gepostet hat.

Noch skurriler als die ganze Diskussion ist aber, dass nicht Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ihn daran hindern, bei der Wien-Wahl anzutreten. Oder dass er auf Ibiza die Republik verscherbeln und „Krone“-Journalisten „zack, zack, zack“ entfernen wollte. Sondern die Frage, wie oft er, seine Frau, sein Kind und der Hund sich gemeinsam in einer 55-Quadratmeter-Wohnung nahe dem Kardinal-Nagl-Platz aufhalten.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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