23.07.2020 16:26 |

Nordpol fotografiert

NASA entdeckt auf Jupitermond Ganymed amorphes Eis

Am 26. Dezember hat die NASA-Raumsonde „Juno“ bei ihrem Vorbeiflug am Jupitermond Ganymed zum ersten Mal dessen Nordpol mit einem Infrarot-Spektrometer fotografiert und kartiert. Bei der Auswertung der Aufnahmen machten Forscher jetzt eine ungewöhnliche Entdeckung, berichtet die US-Raumfahrtbehörde NASA auf ihrer Website. Ein spezielles Eis, das sie als amorph bezeichnet.

Dieses Eis an den Polen von Ganymed hat keine kristalline Struktur wie normales Wassereis, sondern ist amorph, das bedeutet es hat weder Struktur noch eine Ordnung. Deshalb konnte es auch bei den Messungen mit dem Spektrometer namens Jovian Infrared Auroral Mapper (kurz JIRAM) an Bord von „Juno“ als solches erkannt werden.

Plasmastrom Schuld an Konsistenz des Eises
Schuld an der seltsamen Konsistenz des Eises an den Polkappen ist der Umstand, dass die Pole von Ganymed ständig mit geladenen Sonnenteilchen (sogenanntem Plasma, Anm.), bombardiert werden, die verhindern, dass sich kristalline Strukturen bilden können. Diese energiereichen Teilchen gelangen entlang des Magnetfeldes von Ganymed an die Pole, werden aber - anders als bei der Erde - mangels einer Atmosphäre nicht abgeschwächt.

Größter Mond unseres Sonnensystems
Mit einem Durchmesser von 5262 Kilometern ist Ganymed der größte Mond in unserem Sonnensystem und sogar größer als der Planet Merkur. Und er ist der einzige Mond mit einem eigenen Magnetfeld. Vor rund einer Milliarde Jahren war der Eismond vermutlich mit Wasser bedeckt. Ob es auf ihm auch Leben gab oder vielleicht heute noch unter der Eiskruste gibt, darüber rätselt die Wissenschaft.

Die Oberfläche von Jupitermond Ganymed, der beinahe halb so groß wie unsere Erde ist, besteht zur Hälfte aus hellem Eis, und zur anderen Hälfte aus schmutzigem Eis und Felsen, und ist von zahlreichen Kratern übersät.

Sonde kreist seit Juli 2016 um den Jupiter
„Juno“ hatte den Planeten Jupiter im Juli 2016 nach fünf Jahren Flug erreicht. Seither untersucht die 3,5 Tonne schwere Sonde (Bild oben) den Gasriesen mit ihren zahlreichen Instrumenten. Von der rund eine Milliarde Euro teuren Mission erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

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