23.07.2020 09:30 |

Sein Amt endet im Juli

Mit 66 Jahren fängt das Leben erst an

Jüngster Gemeinderat, Landtagsmandatar, Wolfsberger Stadtchef: Die Politik hat das Leben von Hans-Peter Schlagholz geprägt. Ende Juli legt er offiziell sein Amt zurück.

Große Momente, Freude, bewegende Erlebnisse, Stress, Verantwortung und bittere Stunden hat der Sohn eines SP-Funktionärs aus dem Arbeiterviertel in den mehr als 40 Jahren erlebt, die er großteils der Politik gewidmet hatte. Mit 25 ist der gelernte Textilkaufmann erstmals in den Gemeinderat eingezogen. „Ich war damals dort der jüngste Hupfer“, erinnert er sich. Als seine größte Enttäuschung in seiner Polit-Karriere bezeichnet der Stadtchef die jüngste Stadtwerke-Affäre. Das Verfahren gegen zwei Mitarbeiter ist ja noch lange nicht abgeschlossen.

Seine bisher schlimmste Stunde erlebte Hans-Peter mit elf Jahren: „Ich hab einen Schweizerkracher ins Auge gekriegt. Seither sehe ich damit fast nichts.“

Schlagholz sammelte politische Erfahrung als Parteimanager auf Bezirks- und Landesebene sowie als Abgeordneter zum Landtag, ehe er nach dem überraschenden Rücktritt von Bürgermeister Gerhard Seifried 2011 als dessen Nachfolger kandidierte. „Das war ein fulminanter Sieg mit 61,6 Prozent“, erzählt Schlagholz, der von Freunden und bekannten meist „Schlagi“ genannt wird. Bei der zweiten Wahl vor fünf Jahren holte der Sozialdemokrat dann knapp 70 Prozent der Stimmen: „Für mich waren beide Wahlen ein persönlicher Triumph.“

Zeit blieb dem leidenschaftlichen Kommunalpolitiker in den vergangenen Jahren kaum: „Ich habe sicherlich drei Sonntage im Monat im Rathaus verbracht. Denn zu Beginn der Woche musste alles abgearbeitet sein.“ Seine Kompetenzen als Gemeindechef hat Schlagholz auch gern dafür genutzt, die Kreativität der Jugendlichen zu fördern: „Das will ich auch in Zukunft so halten.“

Ende Juli wird der Chef von über 300 Mitarbeitern und Vertreter von 25.000 Gemeindebürgern seinen Job an den Nagel hängen. Vorher will er sich noch von seiner Hüftoperation erholen: „Die Übergabe an meinen Nachfolger wird wohl auf Krücken erfolgen.“

Seinen Ruhestand will der Stadtchef genießen, ganz nach dem Motto: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Schlagholz: „Meine Familie, die immer meine Stütze war, wird endlich in den Mittelpunkt rücken.“

Entspannung findet der angehende Pensionist bei Musik von Mozart, Wagner, aber auch Barry Manilow und Jimmy Hendrix. „Außerdem wird unser schönes Wandergebiet auf der Koralpe mein Ruhepol werden.“ Auch im Gasthof Staudacher wird er anzutreffen sein: „Da werde ich manchmal hinter der Theke stehen und meinem Bruder helfen.“ Dazu ein Glaserl Veltliner. Eines war Schlagholz immer wichtig: „Die Menschen zu einem Schmunzeln zu bewegen, auch in traurigen Stunden.“

Gerlinde Schager
Gerlinde Schager
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